Philosophie Lexikon der Argumente

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Wissen: Wissen ist ein bewusstes Verhältnis zu Sätzen bzw. Aussagen oder Propositionen, das diesen auf gerechtfertigte Weise Wahrheit oder Falschheit zuspricht. Was gewusst wird, ist wahr. Umgekehrt gilt nicht, dass alles was wahr ist, auch gewusst wird. Siehe auch Wissen wie, Wissen dass, propositionales Wissen, Realismus, Fähigkeiten, Kompetenz, Wahrheit, Tatsachen, Sachverhalte, Sprache, Gewissheit, Überzeugungen, Allwissenheit, Logisches Wissen, Verlässlichkeit.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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II 149/150
Alvin Goldman/Wissen/BrandomVsGoldman: seine Theorie bereitete den Verlässlichkeitstheorien den Weg, ist aber in Bezug auf naturalisierte Erkenntnistheorie ein zweischneidiges Schwert.
Für sein Beispiel ist es wichtig, dass wir annehmen, dass die Kausalkette eine ideale ist.
II 151-155
Bsp Scheunenfassaden: man kann sich die Fassaden Provinz als eingebettet in ein Land mit echten Scheunen, dieses wiederum eingebettet in einen Staat mit Fassaden, diesen eingebettet in einen Kontinent mit echten, diesen auf einem Planeten mit Fassaden, diesen wiederum eingebettet in ein Planetensystem mit echten Scheunen usw. vorstellen.
Ob es sich bei dem Anblick einer echten Scheune und Wissen handelt, ist dann völlig abhängig von der Wahl der Bezugsklasse ab! Maximal verlässlich ist dann die engste Bezugsklasse.
Vieles spricht gegen echtes Wissen. Das offenbart die Unangemessenheit des klassischen Rechtfertigungsinternalismus.
Aber Bsp Zwillingserde/ZE/Brandom: ein moderner Internalist könnte behaupten, dass die "internen Zustände" gleich sein. Alles, was sie gemeinsam haben ist, daß das Subjekt sie nicht auseinander halten kann. McDowell: aber diese Tatsache muß nicht als hinreichend zur Identifikation ihrer Gehalte aufgefasst werden!
Goldman/Brandom: insgesamt zeigt sich, dass das Vorhandensein von Scheunenfassaden in der Umgebung kausal unerheblich ist.
II 152
Scheunenfassaden/Goldman: der Kandidat ist kein verlässlicher Wahrnehmer von Scheunen.
Brandom: das besondere an diesem Fall ist, dass die Umstände extern sind.
BrandomVsGoldman: "Goldmans Einsicht" stützt aber nicht die naturalisierte Erkenntnistheorie, weil das Wissen völlig abhängig von der Wahl der Bezugsklasse ist. Eine Argumentstelle bleibt also unausgefüllt.
Es hängt davon ab, wie wir den Überzeugten beschreiben: als einen Angehörigen des Landes, des Bundesstaates, usw. Und das wären gerade die naturalistisch formulierbaren Tatsachen. Sie führen dann zu unterschiedlichen Urteilen über die Verlässlichkeit des Beobachters.
Brandom: Situationen wie die des Bsp können durchaus entstehen. Daraus folgt der
Def Naturalistischer Blinder Fleck" der Verlässlichkeitstheorien/Brandom: ob ein Beobachter verlässlich ist, oder nicht, ist abhängig von der Wahl der Bezugsklassen (Scheunen Provinz), und damit von externen Umständen, die mit dem betrachteten Objekt nichts zu tun haben.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Gold I
Alvin I. Goldman
Reliabilism and Contemporary Epistemology: Essays Oxford 2015

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 20.08.2017