Philosophie Lexikon der Argumente

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Art: allgemein aufgrund gemeinsamer Merkmale zusammengefasste Gruppen von Individuen oder Einzelgegenständen. Siehe auch biologische Art, natürliche Art.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
I 223
Arten/Gould: Eine durchschnittliche wirbellose Art lebte ungefähr 5 - 10 Mio Jahre unverändert. Sie verändert sich in der Zeit kaum und stirbt aus ohne Nachfolger.
Auf höherem Niveau ist die Evolution im Grunde eine Angelegenheit des unterschiedlichen Erfolgs der Arten und nicht einer langsamen Transformation von Stammbäumen.
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II 331
Arten/Gould: Der Ursprung von Arten.
Def Art: Arten werden als Populationen definiert, die fortpflanzungsmäßig von allen anderen isoliert sind. Mit anderen Arten zusammengebracht, werden sie sich nicht vermischen. Schlüsselfrage für den Ursprung einer neuen Art: wie entwickeln sich Isolationsmechanismen?
II 332
Traditionelle Sicht: eine ursprünglich einheitliche Population wird durch Auseinanderdriften von Kontinenten getrennt, durch neu entstehende Gebirgszüge, die neu isolierten Gruppen würden sich durch Adaption an ihre neue Umwelt anpassen. Nach einer gewissen Zeit werden die Populationen so verschieden, dass sie sich nicht mehr kreuzen lassen.
Neue Sicht: Der letztliche Erfolg einer entstandenen Art mag von der Entwicklung der Anpassung abhängen, aber der Akt der Artbildung selbst kann ein zufälliges Ereignis sein.
Taxonomen haben entdeckt, dass viele Gruppen eng verwandter Arten sich in Form, Verhalten, und sogar in der genetischen Ausstattung nicht sehr unterscheiden. Sie weisen allerdings hervorstechende Unterschiede in der Anzahl und der Form der Chromosomen auf, und diese Unterschiede erzeugen die Isolationsmechanismen, die sie als getrennte Art erhalten. Die Hauptveränderung entsteht in einem einzigen Individuum. Mit wem soll es sich fortpflanzen?
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IV 198
Arten: Artenvielfalt hat durchaus im Laufe der Zeit zugenommen. die heutigen Ozeane enthalten mindestens doppelt so viele Arten wie die Meere im Paläoziokum.
Daher könnte man erwarten, dass sie nicht nur mehr Arten enthalten, sondern auch unterschiedlicherer Arten von Organismen, mit grundlegend anderen Bauplänen,. Dem ist aber nicht so! Heute werden doppelt so viele Arten in viel weniger Gruppen höherer Taxa gestopft.
Die heutigen Meere werden von weniger Gruppen beherrscht: primär von Muscheln, Schnecken, Krebsen, Fischen und Seeigeln. Jede Gruppe umfasst viel mehr Arten als sie irgendein Stamm im Paläoziokum sie je aufwies.
Diese stetige Abnahme organischer Konstruktionstypen bei starker Zunahme der Artenzahl ist der wohl hervorstechendste Trend der fossilen Dokumente! Blau.
IV 199
Kausalität/Zufall/Evolution: es lässt sich vielleicht ein Prinzip ausfindig machen: "anfängliches Experimentieren und spätere Standardisierung". Bsp Um 1900 gab es wenige Automarken und eine erheblich größere Bandbreite an Konstruktionstypen. Heute hunderte Marken und viel einheitlichere Konstruktion.
Evolution/Artenreichtum: Der Wandel von wenigen Arten und vielen Gruppen zu wenigen Gruppen und vielen Arten würde selbst bei rein zufälligem Aussterben auftreten, wenn jeder Speziationsvorgang zu Beginn der Geschichte des Lebens von durchschnittlich größeren Veränderungen begleitet gewesen wäre.
IV 201
Aussterben: jedes ist unausweichlich für immer. Ein ausgestorbenes Experiment wird sich nie wiederholen. Die Chancen sind mathematisch zu gering. Biologen sprechen vom "Prinzip der Nichtumkehrbarkeit der Evolution".
Ordnung/Zufall/Gould: Zufallsprozesse bringen ein hohes Maß an Ordnung hervor. Dass sie bestimmte Muster zur Folge haben, spricht nicht gegen ihre Zufälligkeit.
IV 327
Art/Arten/Gould: Jede Art ist eine Verkettung von Unwahrscheinlichkeiten. Jede Art ob Mensch, Koralle oder Tintenfisch - ist jeweils das letzte Glied in einer Kette, die sich zurück erstreckt bis zum Beginn allen Lebens. Wenn irgendeine dieser Arten ausgestorben wäre oder sich in eine andere Richtung entwickelt hätte, wären die Endresultate deutlich verschieden.
Bsp Unsere Vorfahren, die Fische, entwickelten eine besondere Flosse, mit einer stabilen, zentralen knöchernen Achse. Ohne sie hätten sie sich nicht an Land entwickeln können.
Dennoch entwickelten sich diese Flossen nicht in einer Vorahnung sich aus dem Landleben ergebender Notwendigkeiten. Sie entwickelten sich als Adaptionen an einen lokalen Lebensraum.
Notwendigkeit: menschliche Gehirne entwickelten sich nicht auf einer direkten und notwendig aufsteigenden Stufenleiter, sondern auf verschlungenen Wegen voller Unfälle.
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III 264
Arten/Gould: in der Frühzeit der Evolution wurde das größte Formenspektrum erreicht, die meisten der frühen Experimente starben aus. Und zwar zufällig und nicht durch vorhersagbare Ursachen.
Heute gibt es nur noch einen kleinen Teil der Möglichkeiten.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Gould I
Stephen Jay Gould
Der Daumen des Panda Frankfurt 2009

Gould II
Stephen Jay Gould
Wie das Zebra zu seinen Streifen kommt Frankfurt 1991

Gould III
Stephen Jay Gould
Illusion Fortschritt Frankfurt 2004

Gould IV
Stephen Jay Gould
Das Lächeln des Flamingos Basel 1989

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