Philosophie Lexikon der Argumente

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Beschreibung: Sprachliche Form, in der Gegenständen Attribute aufgrund von Wahrnehmungen zugeschrieben werden.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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II R. M. Hare Philosophische Entdeckungen in Grewendorf/Meggle(Hg) Linguistik und Philosophie, Frankfurt (Athenäum) 1974/1995
Grewendorf II 135
Beschreibung/Handlung//Hare: Bsp Tanz: Angenommen, wir sitzen beim Essen und versuchen uns zu erinnern wie ein bestimmter Tanz getanzt wird. Wir beschließen, nach dem Essen zu versuchen, ihn zu rekonstruieren, indem wir ihn auszuführen versuchen. Drei Möglichkeiten:
a) Chaos, es gibt keine übereinstimmenden Erinnerungen
b) Ein falscher Tanz entsteht aus unrichtiger Rekonstruktion
c) Der Tanz wird richtig rekonstruiert.
II 136
Platon: Neuerungen führen stets zum Chaos, es gibt nur eine richtige Art, etwas auszuführen, nämlich die, die wir von unseren Lehrern gelernt haben.

Hare: die Ausdrücke "Tanz" und Chaos" schließen sich aus. Aber obwohl das Resultat nun nicht
"sowohl ein Chaos als auch ein Tanz"
genannt werden kann, kann es doch
"entweder ein Chaos oder ein Tanz" genannt werden.
Die erste und die zweite Möglichkeit (Chaos und falscher Tanz) gleichen sich nun darin, dass wir nicht eine beliebige Aufeinanderfolge von Bewegungen als den Tanz (z.B. "Eightsome Reel") bezeichnen können.
II 137
Empirie/Hare: nicht alle Unterscheidungen sind empirische Unterscheidungen: z.B. Wertunterscheidungen sind es nicht.
Hare: Bsp Tanz: verschiedene Möglichkeiten:
1. Der Tanz ist richtig, wenn der Tanz getanzt wurde, der "Eightsome Reel" genannt wird: Zirkulär.
2. Wir müssen schon gewisse Einschränkungen machen: z.B. Erinnerungen aus der Kindheit oder einem Lehrbuch.
II 138
Problem: wir können die Regeln des Tanzes nicht dadurch entdecken, dass wir ihn tanzen. (Henle wie Hare).
Darin stecken nämlich zwei Forderungen auf einmal:
a) dass der Tanz, der gerade getanzt wird, der "Eightsome Reel" ist,
b) dass er richtig getanzt wird. (Das muss möglich sein, wie Bluffen beim Pokern).
II 139
Hare: Bsp Tanz: andere Situation: Anthropologen versuchen, einen Tanz, der gerade getanzt wird, in ihre Untersuchung aufzunehmen. Hier kann es nicht zu einem analogen Streit kommen, wie der Tanz richtig getanzt wird, ohne dass jemand im Einzelnen sagen könnte, wie er getanzt wird.
Wissen/Sagen/Hare: Bsp Tanz: Eine Gruppe von Leuten erinnert sich ungenau an einen Tanz aus der Kindheit. Man versucht zusammen, ihn zu rekonstruieren.
Hier kann es sein, dass die Leute etwas über den Tanz wissen, ohne es sagen zu können.
Das ist nicht der Fall, wenn Bsp Anthropologen einen Tanz charakterisieren, der vor ihren Augen aufgeführt wird. (Hier muss es schon Leute geben, die den Tanz kennen, wie in der Moral).
II 140
Es könnte z.B. sein, dass die Anthropologen nicht wissen, welcher Tanz vor ihnen aufgeführt wird. Sie werden nicht plötzlich sagen "Ja, das ist er!".
Es könnte aber nicht sein, dass die Gruppe aus dem ersten Beispiel ("Abendessen") nicht wüsste, um welchen Tanz es geht!


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Meg II
G. Grewendorf/G. Meggle
Linguistik und Philosophie Frankfurt 1995

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 23.07.2017