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| Tod: Der Tod ist die Beendigung aller biologischen Funktionen, die einen lebenden Organismus erhalten. Er ist das Ende des Lebenszyklus._____________Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente. | |||
| Autor | Begriff | Zusammenfassung/Zitate | Quellen |
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Rosie Braidotti über Tod – Lexikon der Argumente
Braidotti I 110 Tod/Braidotti: Ich schlage vor, den Thanatos und die Nekro-Politik genauer zu betrachten, um eine affirmative posthumane Theorie des Todes zu entwickeln. Ich denke, dass ein konzeptioneller Wandel hin zu einem „Materie-realistischen“ Vitalismus, der auf einem ontologischen Monismus beruht, uns bei diesem Projekt des Überdenkens von Tod und Sterblichkeit im zeitgenössischen bio-vermittelten Kontext helfen kann. In politischer Hinsicht müssen wir die Vorteile einer Politik der Lebensbejahung bewerten. Ethisch müssen wir das Mitgefühl und die Fürsorge für menschliche und nicht-menschliche Mitmenschen in diesem neuen Rahmen neu verorten. >Sterben/Braidotti. Braidotti I 130 Wie sieht die posthumane Todestheorie aus? Sie bietet ein umfassenderes Verständnis dafür, wie Biopolitik in dem zeitgenössischen Kontext funktioniert, der durch die „neuen“ Kriege und durch ferngesteuerte techno-thanatologische Waffen gekennzeichnet ist. Ein nekropolitischer Ansatz liefert eine genauere Kartographie der Interaktion und des gegenseitigen Tötens zwischen den verkörperten Subjekten unserer Zeit. Braidotti I 131 Im Gegenzug bietet dieser Ansatz neue Analyseinstrumente für eine Ethik, die sowohl den Schrecken als auch die Komplexität unserer Zeit respektiert und versucht, affirmativ mit ihnen umzugehen. >Nekropolitik. Braidotti I 131 Dieser Ansatz wiederum bietet neue Analyseinstrumente für eine Ethik, die sowohl den Schrecken als auch die Komplexität unserer Zeit respektiert und versucht, ihnen affirmativ zu begegnen. Der Tod ist der unmenschliche begriffliche Exzess: das Undarstellbare, das Undenkbare und das unproduktive schwarze Loch, das wir alle fürchten. Doch der Tod ist auch eine kreative Synthese von Strömen, Energien und ewigem Werden. Gilles Deleuze (1983(1), 1990b(2), 1995(3)) schlägt vor, dass wir, um dem Tod einen Sinn zu geben, einen unkonventionellen Ansatz brauchen, der auf einer vorläufigen und grundlegenden Unterscheidung zwischen persönlichem und unpersönlichem Tod beruht. Ersterer ist mit der Unterdrückung des individualisierten Ichs verbunden. Der zweite ist jenseits des Ichs: ein Tod, der immer vor mir liegt und die äußerste Schwelle meiner Kräfte des Werdens markiert. Mit anderen Worten: In einer posthumanen Perspektive findet die Betonung der Unpersönlichkeit des Lebens ihren Widerhall in einer analogen Reflexion über den Tod. Da der Mensch sterblich ist, ist der Tod oder die Vergänglichkeit des Lebens in unserem Kern verankert: Er ist das Ereignis, das unsere Zeitlinien strukturiert und unsere Zeitzonen einrahmt, nicht als Grenze, sondern als durchlässige Schwelle. In dem Maße, wie er in unseren psychischen und somatischen Landschaften allgegenwärtig ist, als das Ereignis, das immer schon stattgefunden hat (Blanchot, 2000)(4), liegt der Tod als konstitutives Ereignis hinter uns; Braidotti I 132 es hat bereits stattgefunden, als virtuelles Potential, das alles, was wir sind, konstruiert. Das bedeutet, dass das, was wir alle am meisten fürchten, unser Tod, die Quelle der Angst, des Schreckens und der Furcht, nicht vor uns liegt, sondern bereits hinter uns ist; er hat stattgefunden. Dieser Tod, der sich auf eine Vergangenheit bezieht, die für immer gegenwärtig ist, ist nicht individuell, sondern unpersönlich; er ist die Voraussetzung für unsere Existenz, für die Zukunft. 1. Deleuze, Gilles. 1983. Nietzsche and Philosophy. New York: Columbia University Press. 2. Deleuze, Gilles. 1990b. The Logic of Sense. New York: Columbia University Press. 3. Deleuze, Gilles. 1995. L’immanence: une vie . . . . Philosophie, 47, 3–7. 4. Blanchot, Maurice. 2000. The Instant of My Death. Stanford, CA: Stanford University Press._____________ Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der ArgumenteDer Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente. |
Braidotti I Rosie Braidotti The Posthuman Cambridge, UK: Polity Press 2013 |
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