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Mensch: Der Mensch (Homo sapiens) ist die intelligenteste und am weitesten verbreitete Primatenart. Der Mensch zeichnet sich durch Zweibeinigkeit, große Gehirne und die Fähigkeit zu artikulierter Sprache und abstraktem Denken aus. Der Mensch ist ein soziales Lebewesen, das in komplexen Gesellschaften lebt. Siehe auch Gesellschaft, Vernunft, Denken, Gehirn, Intelligenz, Sprache.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor Begriff Zusammenfassung/Zitate Quellen

Rosie Braidotti über Menschen – Lexikon der Argumente

Braidotti I 26
Menschen/Braidotti: Der Mensch des Humanismus ist weder ein Ideal noch ein objektiver statistischer Durchschnitt oder Mittelwert. Er gibt vielmehr einen systematisierten Standard der Erkennbarkeit - der Gleichheit - vor, nach dem alle anderen beurteilt, reguliert und einem bestimmten sozialen Ort zugeordnet werden können. Das Menschliche ist eine normative Konvention, was sie nicht per se negativ macht, sondern nur hochgradig regulierend und damit instrumentell für Praktiken der Ausgrenzung und Diskriminierung. Die menschliche Norm steht für Normalität, Normalität und Normativität. Sie funktioniert, indem sie einen spezifischen Modus des Menschseins in eine verallgemeinerte Norm überführt, die als das Menschliche transzendente Werte erlangt: vom Männlichen zum Männlichen und zum Menschlichen als dem universalisierten Format der Menschheit. Dieser Standard wird als kategorisch und qualitativ verschieden von den sexualisierten, rassifizierten, naturalisierten Anderen und auch in Opposition zum technologischen Artefakt postuliert. Der Mensch ist ein historisches Konstrukt, das zu einer gesellschaftlichen Konvention über die „menschliche Natur“ wurde.
>Menschliche Natur
, >Menschen.
Anti-Humanismus/Braidotti: Mein Anti-Humanismus führt mich dazu, das einheitliche Subjekt des Humanismus, einschließlich seiner sozialistischen Variablen, abzulehnen und es durch ein komplexeres und relationales Subjekt zu ersetzen, das von Verkörperung, Sexualität, Affektivität, Empathie und Begehren als Kernqualitäten geprägt ist. Ebenso zentral für diesen Ansatz ist die Einsicht, die ich von Foucault gelernt habe, dass Macht sowohl eine restriktive (potestas) als auch eine produktive (potentia) Kraft ist. Das bedeutet, dass Machtformationen nicht nur auf der materiellen Ebene funktionieren, sondern auch in theoretischen und kulturellen Repräsentationssystemen, politischen und normativen Erzählungen und sozialen Identifikationsmodi zum Ausdruck kommen. Diese sind weder kohärent noch rational, und ihr provisorischer Charakter ist für ihre hegemoniale Kraft entscheidend.
>Anti-Humanismus, >Humanismus, >Subjekte.
Braidotti I 29
Die antihumanistische Position ist sicherlich nicht frei von Widersprüchen. Wie Badmington uns klugerweise erinnert: Apokalyptische Darstellungen des Endes des „Menschen“ [. . .] ignorieren die Fähigkeit des Humanismus zur Regeneration und, im wahrsten Sinne des Wortes, zur Rekapitulation" (2003(1): 11).
Der Antihumanismus ist eine Position, die mit solchen Widersprüchen behaftet ist, dass sie umso schlüpfriger wird, je mehr man versucht, sie zu überwinden. Nicht nur, dass Antihumanisten oft für humanistische
Ideale eintreten - mein Lieblingsideal ist die Freiheit -, sondern auch, dass die Arbeit des kritischen Denkens in gewisser Weise durch intrinsische humanistische diskursive Werte unterstützt wird (Soper, 1986(2)). Irgendwie ist weder der Humanismus noch der Antihumanismus der Aufgabe angemessen. Das beste Beispiel für die inneren Widersprüche, die
durch die antihumanistische Haltung hervorgerufen werden, ist die Emanzipation und die fortschrittliche Politik im Allgemeinen, die ich für einen der wertvollsten Aspekte der humanistischen Tradition und ihr beständigstes Vermächtnis halte. Über das gesamte politische Spektrum hinweg hat der Humanismus auf der liberalen Seite Individualismus, Autonomie, Verantwortung und Selbstbestimmung unterstützt (Todorov, 2002(3)). Auf der radikaleren Seite (…) hat er Solidarität, Gemeinschaftsbindung, soziale Gerechtigkeit und Gleichheitsgrundsätze gefördert. Der zutiefst säkular ausgerichtete Humanismus fördert den Respekt vor Wissenschaft und Kultur und wendet sich gegen die Autorität heiliger Texte und religiöser Dogmen.
An der radikaleren Front hat er sich für Solidarität, Gemeinschaftsbindung, soziale Gerechtigkeit und Gleichheitsgrundsätze eingesetzt. Mit seiner zutiefst säkularen Ausrichtung fördert der Humanismus den Respekt vor Wissenschaft und Kultur und wendet sich gegen die Autorität heiliger Texte und religiöser Dogmen. Er enthält auch ein abenteuerliches Element, eine von Neugierde getriebene Sehnsucht nach Entdeckungen und einen projektorientierten Ansatz, der in seinem Pragmatismus äußerst wertvoll ist.
>Säkularisierung.

1. Badmington, Neil. 2003. Theorizing Posthumanism. Cultural Critique, No. 53, pp. 10–27.
Balibar, Etienne. 2002. Politics and the Other Scene. London: Verso.
2. Soper, Kate. 1986. Humanism and Anti-Humanism. LaSalle, IL: Open Court Press.
3. Todorov, Tzvetan. 2002. Imperfect Garden. The Legacy of Humanism. Princeton, NJ: Princeton University Press.

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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.



Braidotti I
Rosie Braidotti
The Posthuman Cambridge, UK: Polity Press 2013

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