Philosophie Lexikon der ArgumenteHome
| |||
|
| |||
| Sterben: In der Psychologie bezieht sich das Sterben auf den Prozess der Annäherung an den Tod und die damit verbundenen psychologischen und emotionalen Erfahrungen. Die Untersuchung des Sterbens umfasst Bewältigungsmechanismen, Trauer und existenzielle Überlegungen. Siehe auch Tod._____________Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente. | |||
| Autor | Begriff | Zusammenfassung/Zitate | Quellen |
|---|---|---|---|
|
Rosie Braidotti über Sterben – Lexikon der Argumente
Braidotti I 111 Sterben/Braidotti: (...) Die posthumane vitalistische Politik verschiebt die Grenzen zwischen Leben und Tod und beschäftigt sich folglich nicht nur mit der Regierung der Lebenden, sondern auch mit Praktiken des Sterbens. >Posthumanismus/Braidotti, >Tod/Braidotti. Die meisten von ihnen sind mit unmenschlichen sozialen und politischen Phänomenen wie Armut, Hunger und Obdachlosigkeit verbunden, die Zillah Eisenstein treffend als „globale Obszönitäten“ (1998)(1) bezeichnet hat. Vandana Shiva (1997)(2) weist darauf hin, dass die Biomacht bereits zu einer Form der „Biopiraterie“ geworden ist, die sehr fundierte und konkrete politische Analysen erfordert. So sind die Körper der empirischen Subjekte, die Differenz bedeuten (Frau/Eingeborene/Erde oder natürliche Andere), zu den Wegwerfkörpern der globalen Wirtschaft geworden. Kapitalismus: Der zeitgenössische Kapitalismus ist in der Tat „biopolitisch“, da er darauf abzielt, alles Lebendige zu kontrollieren, wie Foucault argumentiert, aber da das Leben nicht nur das Vorrecht des Menschen ist, eröffnet er eine zoopolitische* oder post-anthropozentrische Dimension. >Leben, >Anthropozentrismus, >Post-Anthropozentrismus, >Mensch/Braidotti. Braidotti I 130 (...) wir müssen rigoroser über die Arten des Sterbens nachdenken, im posthumanen Kontext der Nekropolitik einerseits und der neuen forensischen sozialen Sensibilität andererseits. Wie würde ein vitalistisches und materialistisches Verständnis des Todes funktionieren? Der Tod ist kein menschliches Vorrecht, vor allem nicht im Zeitalter der „verschwindenden“ Natur. Nachdem wir die Antipoden der rationalistischen Vorstellung von der menschlichen Verantwortung für die Natur erreicht haben, lautet die ökologische Frage, wie das Aussterben der Arten verhindert werden kann. Dies ist eine biopolitische Frage: Welche Arten dürfen überleben und welche müssen sterben? >Biopolitik, >Tod. Und was sind die Kriterien, die es uns ermöglichen würden, das zu entscheiden? Die posthumane Theorie betont, dass wir für die Entwicklung angemessener Kriterien eine alternative Vision der Subjektivität brauchen, um diese Anstrengung zu unterstützen und zu operationalisieren. >Posthumanismus/Braidotti, >Subjektivität/Braidotti. Wir sollten damit beginnen, die verschiedenen sozial verteilten und organisierten Arten des Sterbens aufzulisten: Gewalt, Krankheiten, Armut, Unfälle, Kriege und Katastrophen. Das Fortbestehen von politischer Gewalt und Vorstellungen von „gerechten Kriegen“ ist Teil dieses Gesprächs, ebenso wie die Analyse der Art und Weise, wie kritische Philosophen mit dem Tod umgegangen sind (Critchley, 2008)(3). >Krieg, >Gewalt. *Der vitalistische Ansatz für lebende Materie verschiebt die Grenze zwischen dem Teil des Lebens - sowohl des organischen als auch des diskursiven -, der traditionell dem anthropos, also dem bios, vorbehalten war, und dem weiteren Bereich des tierischen und nicht-menschlichen Lebens, der auch als zoe bezeichnet wird. 1. Eisenstein, Zillah. 1998. Global Obscenities. Patriarchy, Capitalism and the Lure of Cyberfantasy. New York: New York University Press. 2. Shiva, Vandana. 1997. Biopiracy. The Plunder of Nature and Knowledge. Boston, MA: South End Press. 3. Critchley, Simon. 2008. The Book of Dead Philosophers. London: Granta._____________ Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der ArgumenteDer Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente. |
Braidotti I Rosie Braidotti The Posthuman Cambridge, UK: Polity Press 2013 |
||