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| Das Inhumane: In Lyotards Denken bezieht sich das „Inhumane“ auf Kräfte, die menschenzentrierte Narrative stören, wie Technologie, Maschinen und unpersönliche Systeme. Es stellt den traditionellen Humanismus in Frage, indem es die Grenzen von Vernunft und Identität aufzeigt und verdeutlicht, wie die postmoderne Situation die Dezentrierung des menschlichen Subjekts zugunsten nichtmenschlicher, fragmentierter und anonymer Prozesse mit sich bringt. Siehe auch Humanismus, Posthumanismus, Antihumanismus, Lyotard._____________Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente. | |||
| Autor | Begriff | Zusammenfassung/Zitate | Quellen |
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Giorgio Agamben über Inhumanes – Lexikon der Argumente
Braidotti I 120 Das Inhumane/Agamben/Braidotti: Das Inhumane ist für Agamben(1), nicht anders als für Lyotard, der Effekt der Modernisierung, aber er hat auch von Hannah Arendt (1951)(2) gelernt, das Phänomen des Totalitarismus als die ultimative Leugnung der Menschlichkeit des Anderen zu betrachten. Arendt konstruierte jedoch eine starke Alternative zu diesen politischen Extremen, indem sie die Notwendigkeit von Menschenrechten für alle betonte, auch und gerade für die entmenschlichten „Anderen“. Arendt ist, in Seyla Benhabibs brillanter Formulierung, „eine widerstrebende Modernistin“ (1996)(3). >Hannah Arendt, >Giorgio Agamben. Agamben hingegen ist weniger innovativ und führt die philosophische Gewohnheit fort, die darin besteht, die Sterblichkeit oder Endlichkeit als transhistorischen Horizont für Diskussionen über das „Leben“ zu nehmen. Für ihn ist das „bloße Leben“ nicht die generative Vitalität, sondern die konstitutive Verletzlichkeit des menschlichen Subjekts, die die souveräne Macht töten kann; es ist das, was den Körper in den Händen der despotischen Kraft der unkontrollierten Macht zur Wegwerfware macht. Dies steht in Zusammenhang mit Heideggers Theorie des Seins, das seine Kraft aus der Vernichtung des tierischen Lebens bezieht. >Sein/Heidegger, >Körper, >Leben, >Tod. Die Endlichkeit wird als konstitutives Element im Rahmen der Subjektivität eingeführt, das auch eine affektive politische Ökonomie des Verlusts und der Melancholie im Herzen des Subjekts hervorbringt. Braidotti I 121 BraidottiVsAgamben: Mich beunruhigt diese Fixierung auf den Thanatos, die Nietzsche vor über einem Jahrhundert kritisiert hat und die in kritischen Debatten heute noch sehr präsent ist. Sie führt oft zu einer düsteren und pessimistischen Sicht nicht nur der Macht, sondern auch der technologischen Entwicklungen, die die Regime der Biomacht vorantreiben. Mein Verständnis von „Leben“ als Zoe-Ethik nachhaltiger Transformationen unterscheidet sich erheblich von dem, was Agamben „nacktes Leben“ oder negative Zoe nennt.* >Das Inhumane/Lyotard, >Tod/Braidotti, >Sterben/Braidotti, >Posthumanismus/Braidotti, >Biopolitik. * (...) der weitere Bereich des tierischen und nicht-menschlichen Lebens, auch bekannt als zoe. 1. Agamben, Giorgio. 1998. Homo Sacer: Sovereign Power and Bare Life. Stanford, CA: Stanford University Press. 2. Arendt, Hannah. 1951. The Origins of Totalitarianism. New York: Harcourt. 3. Benhabib, Seyla. 1996. The Reluctant Modernism of Hannah Arendt. Thousand Oaks, CA: Sage_____________ Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der ArgumenteDer Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente. |
Agamben I Giorgio Agamben Homo sacer – Die souveräne Macht und das nackte Leben Frankfurt 2002 Braidotti I Rosie Braidotti The Posthuman Cambridge, UK: Polity Press 2013 |
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