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| Thomas Hobbes: Thomas Hobbes (1588 - 1679) war ein englischer Philosoph, der als einer der Begründer der modernen politischen Philosophie gilt. Seine Hauptwerke sind Leviathan, or The Matter, Form and Power of a Commonwealth, Ecclesiastical and Civil (1651), De Cive (Über den Bürger) (1642), De Corpore (Über den Körper) (1655), De Homine (Über den Menschen) (1658). In seinem bekanntesten Werk, Leviathan, vertritt Hobbes die Ansicht, dass der Mensch von Natur aus egoistisch und aggressiv ist und dass eine starke Zentralregierung notwendig ist, um die Ordnung aufrechtzuerhalten und die Rechte des Einzelnen zu schützen._____________Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente. | |||
| Autor | Begriff | Zusammenfassung/Zitate | Quellen |
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Mark Lilla über Hobbes – Lexikon der Argumente
Lilla I 75 Hobbes/Lilla: [Hobbes] große Abhandlung Leviathan (1651)(1) enthält den verheerendsten Angriff auf die christliche politische Theologie, der je unternommen wurde, und war das Mittel, mit dem spätere moderne Denker ihr entkommen konnten. Vor Hobbes wurden diejenigen, die versuchten, diese politische Theologie zu widerlegen, immer tiefer in sie hineingetrieben, als sie versuchten, die vielen Rätsel von Gott, Mensch und Welt zu lösen. Hobbes zeigte den Ausweg, indem er etwas Geniales tat: Er wechselte das Thema. >Epikureismus/Lilla. Leviathan: Das Ziel des Leviathan ist es, die gesamte Tradition der christlichen politischen Theologie anzugreifen und zu zerstören, was Hobbes das „Reich der Finsternis“ nannte. Doch die Abhandlung beginnt nicht mit Theologie oder Politik, Gott oder Königen, sondern mit Physiologie. Genauer gesagt beginnt sie mit einer Untersuchung des menschlichen Auges und der Art und Weise, wie es die Welt wahrnimmt. Gleich auf der ersten Seite seines Werks legt Hobbes ein implizites Glaubensbekenntnis ab: Um Religion und Politik zu verstehen, brauchen wir nichts über Gott zu wissen; wir müssen nur den Menschen so verstehen, wie wir ihn vorfinden, als einen Körper, der allein in der Welt ist. Hobbes stellt unser geistiges Leben als das Ergebnis eines Zusammenstoßes physischer Kräfte dar. Von außen wird der Mensch mit Bildern bombardiert, die einen „Druck“ auf sein Auge ausüben und Sinneseindrücke hervorrufen, die dann im Gedächtnis gespeichert werden. Lilla I 76 In jedem Augenblick unseres wachen Lebens empfangen wir diese Sinneseindrücke, aber der größte Teil unserer geistigen Aktivität beruht auf Erinnerungen an sie, die wir in dem, was Hobbes Einbildung nennt, zusammenfassen. Um die Sache noch komplizierter zu machen, sind unsere Vorstellungen stumm; solange wir ihnen keine Ideen zuordnen und ihnen keine Namen geben, können sie nicht verwendet werden. Es scheint also, dass wir, wenn wir schlussfolgern, an mehreren Stellen von der tatsächlichen Erfahrung entfernt schlussfolgern: wir kombinieren Namen, die für Ideen stehen, die für Vorstellungen stehen, die für Erinnerungen stehen, die für alte Wahrnehmungen stehen, die für die äußeren Objekte selbst stehen. Der Mensch ist aber nicht nur ein passives Wesen, das seine Eindrücke ordnungsgemäß aufnimmt und im Gedächtnis abspeichert. Er ist aktiv, er strebt, er „bemüht sich“, um es mit Hobbes' Worten zu sagen. Die Welt drängt auf seinen Geist ein, aber er wehrt sich. 1. Thomas Hobbes, Leviathan, ed. Edwin Curley (Indianapolis, 1995)._____________ Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der ArgumenteDer Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente. |
Lilla I Mark Lilla The Stillborn God. Religion, Politics, and the Modern West New York: Random House. 2007 |
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