Philosophie Lexikon der Argumente

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Cogito: "Ich denke". Nach Descartes der Nachweis, dass ich existiere, weil das Subjekt sogar den Zweifel an seiner Existenz nur durch Denken erreichen kann und um zu denken, existieren muss. Kant spricht vom "ich denke", das alle meine Vorstellungen begleiten können muss, damit sie meine Vorstellungen sind. Siehe auch Denken, Existenz, Rechtfertigung, Repräsentation.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.
 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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I 113
Cogito/Descartes/Hintikka: das cogito ist keine Prämisse, dessen Konklusion das sum wäre.
Lösung/Hintikka: es ist ein Denkakt, der dem Subjekt selbst seine Existenz beweist.
analog: ein Sprechakt beweist dem Subjekt selbst auch seine Existenz Bsp Mark Twain sagt: „Ich existiere“.
HintikkaVsDescartes: Problem: 1. was ist das für eine Entität, die „res“ die damit bewiesen sein soll?
2. um die Frage zu beantworten, was überhaupt bewiesen wurde, müssen wir klären, welchen Status die Entität hat.
Bsp Italo Calvino: Karl der Große fragt einen Ritter, warum er das Visier geschlossen hat. Dieser antwortet; „Sir, ich existiere nicht“.
I 114
Existenz/Nichtexistenz/Subsistenz/Hintikka: in diesem Beispiel existiert der Ritter in einer bestimmten Weise nicht, wohl aber in einer anderen, in dem nämlich, in dem er der Held der Geschichte sein kann.
Pointe: d.h. hier ist der Sprechakt kein schlüssiger Beweis seiner Existenz. ((s) Innerhalb der Fiktion).
Cogito/Descartes/Hintikka:; es wäre auch falsch gewesen, hätte Descartes folgenden Schluss gezogen:
„Cogito, ergo Descartes existiert“. ((s) Also für das “Ich”, das in “sum” explizit ist, den Namen eingesetzt).
analog: Bsp wenn mir jemand auf der Straße erzählt: „Mark Twain existiert“ wäre das genauso wenig ein Beweis für die Existenz von Mark Twain. Es müsste schon dieser selbst sein, der den Sprechakt ausführt.
cogito/Wissen/Hintikka. Problem: Descartes muss zusätzlich noch wissen, dass der fragliche Denkende diese Entität ist, oder diese Art von Entität.

Existenz/Identität/Entität/Identifikation/Quine/Hintikka: Quine: „Keine Entität ohne Identität“: das heißt, Descartes muss noch etwas über sich selbst wissen, um über sich sagen zu können, dass er selbst existiert.
Lösung/Hintikka: wir müssen zwei Arten von Querwelteinidentifikation (cross-identifikation) unterscheiden.
a) perspektivische (Subjekt-zentrierte) Identifikation: diese ist aber nicht subjektiv, auch wenn sie relativ auf eine Person ist.
I 115
Sie gebraucht nur ein Koordinatensystem, das durch Referenz auf den Benutzer definiert ist. Es selbst hängt aber von objektiven allgemeinen Prinzipien ab.
b) öffentliche (Objekt-zentrierte) Identifikation.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Hin I
Jaakko and Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989

W I
J. Hintikka/M. B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

> Gegenargumente gegen Hintikka



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 22.06.2017