Philosophie Lexikon der Argumente

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Identitätsbedingungen: A. Theorien unterscheiden sich, was den Bereich der angenommenen Objekte und die Verwendung von Begriffen betrifft. Daher ist es nicht selbstverständlich, dass die Identität eines Objektes festgestellt werden kann, wenn auf dieses Objekt mit verschiedenen Theorien Bezug genommen wird. Ein Problem ist zum Beispiel die gröbere oder feinere Einteilung von Eigenschaften in den verschiedenen Theorien.
B. Wenn Gegenstände intensional charakterisiert werden – Bsp „die älteste anwesende Person“ – wechselt die Referenz mit dem Kontext. In diesem Fall muss der Kontext zur Bestimmung der Identität herangezogen werden.


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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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I 143
Eindeutigkeitsbedingung/W-Fragen/Antwort/Hintikka: die Bedingung dafür, das etwas eine vollständige und eindeutige Antwort auf eine Wer-Frage (mehrdeutig) ist, ist zunächst, dass (8) (7) implizieren muss,
(6) Wer ist der Mann dort drüben?
(7) Ich weiß, wer der Mann dort drüben ist
Bsp es ist Sir Norman Brook.
(8) Ich weiß, dass der Mann dort Sir Norman Brook ist.
Problem: der Schritt von (8) nach (7) ist der einer existentiellen Generalisierung (EG).
I 144
Problem: dazu brauchen wir eine zusätzliche Prämisse. Bsp
(13) (Ex) Ki (Sir Norman Brook = x).
(nicht-gespiegelter Quantor, wahrnehmungsmäßig)
„Ich weiß, wer Norman Brook ist.“
I 145
HintikkaVsQuine: Quine erkennt nicht die Rolle, die meine Eindeutigkeitsbedingungen spielen:
Quine: sagt, dass man diese Bedingungen auch auf Glauben, Wissen usw. übertragen kann.
Quine: Hintikka verlangt, dass das Subjekt weiß wer oder was die Person oder das Ding ist. Wen oder was der Term designiert.
HintikkaVsQuine: dieser denkt, ich würde nur eine Art von Eindeutigkeitsbedingung gebrauchen.
Lösung: die semantische Situation zeigt den Unterschied: die Relation zwischen den Bedingungen für verschiedene propositionale Einstellungen (Glauben, Sehen, Wissen) ist eine der Analogie, nicht der Identität.
Lösung: die Mengen kompatibler Welten sind im Fall von Wissen, Sehen, Erinnerung, Glauben jeweils andere!

I 146
Identifikation/Glauben/Quine/QuineVsHintikka: jede Glaubenswelt wird unzählige Körper und Objekte enthalten, die gar nicht einzeln erkennbar sind, einfach weil der Glaubende glaubt, dass seine Welt unzählige solche Objekte enthält.
Identität: Fragen nach der Identität dieser Objekte sind sinnlos.
Problem: wenn man in Glaubenskontexte quantifiziert, wie soll man sie ausschließen?
Lösung: man müsste den Bereich der Variablen auf solche Objekte einschränken, über die das Subjekt ausreichend klare Vorstellung hat.
Problem. wie soll man festlegen, wie klar diese Vorstellungen sein müssen?
HintikkaVsQuine: die Lösung ist ganz einfach, wenn wir über Individuen in doxastischen Welten quantifizieren:
Bsp Operator: „in einer Welt w1, kompatibel mit allem, was Jack glaubt“:
Lösung/Hintikka: wir können über Bewohner solcher Welten quantifizieren, indem wir einfach einen Quantor innerhalb des Operators gebrauchen.
((s) d.h. dass Jack, aber nicht wir unterscheiden?).
Problem: es könnte sein, dass wir die Bewohner als unsere Nachbarn aus der aktualen Welt w0 betrachten möchten. („Qua Nachbarn“).
Hintikka: das ist aber ein Problem für sich und hat nichts mit Eindeutigkeitsbedingungen zu tun.
Problem: liegt vielmehr an der Notation der konventionellen Modallogik, die nicht erlaubt, dass man den Bewertungsprozess, der von außen nach innen verläuft, niemals umdrehen darf, so dass er von innen nach außen verläuft.
Lösung/Saarinen: „rückblickende“ Operatoren.
Lösung/Hintikka: es kann dennoch sein, dass wir ein Individuum von w1 zurück zu w0 verfolgen können, selbst wenn es nicht die Eindeutigkeitsbedingungen erfüllt. (Diese erfordern, dass ein Individuum in allen Welten identifizierbar ist.
HintikkaVsQuine: dieser irrt sich, dass die Frage nach der Identität sinnlos ist, wenn die Eindeutigkeitsbedingungen nicht alle erfüllt sind.
Im Gegenteil: es muss sinnvoll sein, damit wir überhaupt in der Lage sind festzustellen, dass die Bedingungen nicht erfüllt sind!
Eindeutigkeitsbedingung/Hintikka: wenn sie nicht erfüllt ist, heißt das nur, dass wir ein Individuum nicht in jeder Welt auffinden können.
I 150
Wahrheitsbedingungen/Eindeutigkeitsbedingungen/Hintikka: die Wahrheitsbedingungen der Eindeutigkeitsbedingungen sind ganz verschieden von den Wahrheitsbedingungen für andere Typen einfachster Sätze.
Weltlinien/Hintikka: können daher auf verschiedene Weise gezogen werden, ohne die restliche semantische Situation umzukippen.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Hin I
Jaakko and Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989

W I
J. Hintikka/M. B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 18.11.2017