Philosophie Lexikon der Argumente

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Ordnung, Philosophie: Die Aufteilung eines Gegenstandsbereichs durch Unterscheidungen bzw. die Hervorhebung bestimmter Unterschiede gegenüber anderen Unterschieden. Die resultierende Ordnung kann ein- oder mehrdimensional, also linear oder räumlich beschaffen sein. Beispiele sind Stammbäume, Lexika, Listen, Alphabete, Es kann sein, dass eine Ordnung bestimmte Merkmale erst sichtbar macht, z.B. Höhenlinien. Ordnungsräume können mehr als dreidimensional sein, z.B. bei der Zuschreibung von Temperaturen an farblich bestimmte Gegenstände. Siehe auch Conceptual Space, Hierarchien, Unterscheidbarkeit, Ununterscheidbarkeit, Stratifizierung, Identifikation, Individuation, Spezifikation.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

Thomas Hobbes über Ordnung – Lexikon der Argumente

Habermas IV 314
Ordnung/Hobbes/Habermas: wie später der Utilitarismus, so geht auch Hobbes von vereinzelten Subjekten aus, die mit dem Vermögen zweckrationalen Handelns ausgestattet sind. Die rationalen Fähigkeiten sollen im Dienst von Leidenschaften stehen, die die Handlungszwecke diktieren. Die Verfolgung der jeweils eigenen Interessen führt zu einem Kampf um Sicherheit und knappe Güter. Wenn man nur die naturwüchsige Ausstattung interessierter und zweckrational handelnder Individuen berücksichtigt, können soziale Beziehungen nicht die Form friedlicher Konkurrenz annehmen.
Habermas IV 315
Die Handlungen anderer Individuen können nur als Mittel oder Bedingung für die Realisierung jeweils eigener Zwecke verstanden werden. Deshalb ist allen artifiziellen Regelungen die natürliche Maxime vorgeordnet, dass jeder auf jeden Einfluss auszuüben und generalisierten Einfluss, d.h. Macht zu gewinnen trachtet. Siehe >Ordnung/Parsons.
Lösung/Hobbes: ein Herrschaftsvertrag mit unbedingter Unterwerfung aller unter die absolute Gewalt eines einzigen. Das setzt allerdings eine Situation voraus, in der die zweckrational handelnden Subjekte schon bereit sind, die für einen Vertragsabschluss notwendigen Bedingungen zu erfüllen.(1)
ParsonsVsHobbes.


1.Talcott Parsons, The Structure of Social Action, NY, 1949, S. 93f.

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Höffe I 228
Ordnung/Staat/Gesellschaft/Hobbes/Höffe: Hobbes formuliert die charakteristische Herausforderung seiner Epoche als ein allgemeingültiges Grundproblem: «Warum überhaupt und in welcher Form braucht es eine institutionelle politische Ordnung, warum einen zwangsbefugten Staat?» Da auch die Antwort aus allgemeinen Grundsätzen, aus wirklichen Prinzipien, insbesondere aus dem Gedanken des Naturzustandes, erfolgt, übersteigen sowohl Hobbes' Fragestellung als auch sein Lösungsvorschlag den historischen Kontext, also, noch einmal gesagt, den britischen Bürgerkrieg und die frühbürgerliche Marktgesellschaft. ((s) Zu Problemen in Zusammenhang damit: siehe >Absolutismus/Hobbes.) Vgl. >Staat/Hobbes, >Herrschaft/Hobbes.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Hobbes I
Thomas Hobbes
Leviathan: With selected variants from the Latin edition of 1668 Cambridge 1994

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981

Höffe I
Otfried Höffe
Geschichte des politischen Denkens München 2016

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> Gegenargumente gegen Hobbes

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