Philosophie Lexikon der Argumente

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Wahrheit, Philosophie: Verschiedenste Ansätze nehmen für sich in Anspruch, Wahrheit entweder zu definieren, zu erklären oder ihre prinzipielle Undefinierbarkeit zu behaupten. A. Sprachlich orientierte Theorien setzen entweder eine Übereinstimmung von Aussagen mit Ausschnitten der Welt oder eine Stimmigkeit mit anderen Aussagen voraus. Siehe auch Wahrheitstheorie, Wahrheitsdefinition, Bedeutungstheorie, Korrespondenztheorie, Kohärenztheorie, Tatsachen, Sachverhalte, Paradoxien, Semantik, Deflationismus, Disquotationalismus, Kriterien, Beweise. B. Handlungsorientierte Wahrheitstheorien nehmen eine zukünftige Verwirklichung von Zuständen zum Maßstab, die mit einem angestrebten Ideal in Einklang gebracht werden sollen. Siehe auch Wirklichkeit, Richtigkeit, Pragmatismus, Idealisierung, Ideen. C. Wahrheitsorientierte Theorien der Kunst sprechen Kunstwerken unter Umständen Qualitäten zu, die die zukünftige Verwirklichung von als ideal angenommenen gesellschaftlichen Zuständen zum Vorschein bringen. Siehe auch emphatische Wahrheit, Fiktionen, Kunst, Kunstwerke.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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Pagel I 71
Wahrheit/Lacan: ist von anderswoher garantiert als von der Realität: vom Sprechen. Sie ist weder eindeutig fassbar, noch wissbar. Wir können von ihr nur Kenntnis nehmen, insofern wir sprechend unsere Wünsche artikulieren, die nie ganz befriedigt werden, und auf die Wünsche der Anderen verweisen.
I 119f
Rede/Lacan: nicht mehr duales Ich Du Verhältnis, sondern Ort für ein Drittes: das große Andere groß-A.
Schweigen: Bedingung für "volles Sprechen".
Ursprüngliches Sprechen: wo die Sprache noch fragt und nicht schon objektivierend antwortet.
Sprechen/Lacan: "Der Andere ist der Ort, an dem sich im Bunde mit jenem, der hört, das Ich, das spricht, konstituiert; was er eine sagt, ist schon Antwort, wobei der andere in seinem Hören entscheidet, ob dieser gesprochen hat oder nicht."
Sich nicht von den Akzenten, die das Ich (moi) setzt, beirren lassen, sondern den Apell des (großen) Anderen groß-A jenseits des (kleinen) anderen klein a vernehmen.
Wahrheit: liegt weder auf der Seite des einen noch auf der des anderen, sondern gewissermaßen "zwischen" den Sprechenden.




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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Lacan I
Gerda Pagel
Jacques Lacan zur Einführung Hamburg 1989

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 19.11.2017