Philosophie Lexikon der Argumente

 
Ordnung, Philosophie: Die Aufteilung eines Gegenstandsbereichs durch Unterscheidungen bzw. die Hervorhebung bestimmter Unterschiede gegenüber anderen Unterschieden. Die resultierende Ordnung kann ein- oder mehrdimensional, also linear oder räumlich beschaffen sein. Beispiele sind Stammbäume, Lexika, Listen, Alphabete, Es kann sein, dass eine Ordnung bestimmte Merkmale erst sichtbar macht, z.B. Höhenlinien. Ordnungsräume können mehr als dreidimensional sein, z.B. bei der Zuschreibung von Temperaturen an farblich bestimmte Gegenstände. Siehe auch Conceptual Space, Hierarchien, Unterscheidbarkeit, Ununterscheidbarkeit, Stratifizierung, Identifikation, Individuation, Spezifikation.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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Holz I 76
Ordnung/Struktur/Welt/Leibniz: die Annahme einer ausnahmslosen Gesetzlichkeit der materiellen Welt stellt uns vor die Aufgabe, das Sein der Natur im Ganzen vorgängig vor einem einzelnen Naturseienden apriorisch zu begründen.
Das Ganze muss vor der Formulierung seiner partiellen Verlaufsregeln gewiss sein, damit die Intelligibilität des Einzelnen gewährleistet ist.
Dadurch gewinnt das Axiom "Nur ein einziges Seiendes ist notwendig" seinen Stellenwert.
I 77
denn aus ihm folgt: "Das notwendig Seiende enthält in sich alle Bedingungen der Dinge".
Ein endliches Seiendes kann nicht aus sich selbst heraus begriffen werden.
Allein das Ganze ist unbedingt, weil außer ihm nichts sonst mehr ist.
Holz I 95
Welt/Ordnung/Leibniz/HolzVsLeibniz: gerade die Spezifik des Zusammenhangs der Welt bleibt bei Leibniz ungeklärt, da der "unbewegte Beweger" außerhalb angesiedelt gedacht werden muss.
Leibniz/Holz: entwickelt eine Einheit von Metaphysik und Physik.
I 96
Ordnung/Welt/Gott/Leibniz: Gott tut nichts außer der Ordnung. Es ist nicht einmal möglich, Ereignisse zu ersinnen, die nicht der Regel gemäß sind!
Der Mechanismus reicht aus, um das Entstehen aller Tiere zu erklären. Organische Präformation im Samen.
Die Mechanik muss man allerdings voraussetzen, und diese kann ihrerseits nur a priori durch metaphysische Vernunftüberlegungen festgestellt werden.
I 97
Die Welt ist von Anfang an ein System von Wechselwirkungen.
Das Prinzip der Partikularität jedes Einzelnen ist zugleich das Prinzip der Universalität des Zusammenhangs aller Seienden.
Universelle Harmonie/Leibniz: ist der Strukturtitel für das System des Substanzen. Nicht nachträglich, sondern aus dem Wesen und Begriff der Monaden.
Prästabilierte Harmonie/Leibniz: entgegen einem verbreiteten Mißverständnis der Spezialfall der Übereinstimmung zwischen physischen und geistigen Aspekten des substantiellen Seins.
I 98
Also zwischen "Körper" und "Seele", zwischen materiellen Vorgängen in der res extensa und Vorstellungen in der res cogitans.
Holz: man könnte auch von prästabilierter Harmonie sprechen zwischen extensionalen und intensionalen Aspekten der logischen Abbildung ontischer Verhältnisse.
Für den Weltbegriff ist die allgemeinere Fassung der universellen Harmonie maßgebend.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Lei I
H. H. Holz
Leibniz Frankfurt 1992

> Gegenargumente gegen Leibniz

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 23.09.2017