Philosophie Lexikon der Argumente

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Ordnung, Philosophie: Die Aufteilung eines Gegenstandsbereichs durch Unterscheidungen bzw. die Hervorhebung bestimmter Unterschiede gegenüber anderen Unterschieden. Die resultierende Ordnung kann ein- oder mehrdimensional, also linear oder räumlich beschaffen sein. Beispiele sind Stammbäume, Lexika, Listen, Alphabete, Es kann sein, dass eine Ordnung bestimmte Merkmale erst sichtbar macht, z.B. Höhenlinien. Ordnungsräume können mehr als dreidimensional sein, z.B. bei der Zuschreibung von Temperaturen an farblich bestimmte Gegenstände. Siehe auch Conceptual Space, Hierarchien, Unterscheidbarkeit, Ununterscheidbarkeit, Stratifizierung, Identifikation, Individuation, Spezifikation.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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I 194
Numerische Phänetik: Ziel: jede Willkür und Subjektivität zu vermeiden. Bis zu 100 Merkmale, die aber nicht gewichtet werden. Führt zu unterschiedlichen Klassifikationen, wenn man verschiedene Merkmalsgruppen verwendet. Sie lässt sich nicht nach und nach verfeinern. a) "Abstandsmethode" b) "Sparsamkeitsmethode".
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I 195
Kladifikation/Mayr: (um 1950) beruht ausschließlich auf Genealogie. Nur gemeinsame abgeleitete Merkmale(Apomorphien), keine ursprünglichen Merkmale werden berücksichtigt. Jedes Taxon besteht aus einem Zweig des Stammbaums, der die Stammart dieses Zweiges und alle ihre Nachkommen (inklusive "Exgruppen",d.h. stark abgewandelte Nachkommen) umfaßt. Ohne jede Berücksichtigung der Ähnlichkeit!
KladismusVsÄhnlichkeit
Ähnlichkeit/Darwin: verwendet so viele Merkmale wie möglich.
I 196
Klassifikation/Darwin: teilt mit der Kladifikation im Gegensatz zur rein numerischen Phänetik, dass Gruppierungen berücksichtigt werden.
Taxon/Tradition/Darwin: ein Taxon ist monophyletisch, wenn alle seine Metglieder von dem nächsten gemeinsamen Vorfahren abstammen.
Taxon/Kladismus: "holophyletisch", Abgrenzung der Taxa. (Beide Methoden von Hierarchien sind rein genealogisch).
Klade: entspricht nicht einem Taxon bei Darwin. Ein "Kladon" geht bis auf eine Stammart zurück (und schließt diese ein), also die Art, welche das erste apomorphe Merkmal dieses Zweiges (Klade) aufweist.
Kladifikation: zeigt gut die phylogenetischen Aspekte der Merkmale.
I 197
VsKladifikation/Kladismus:
1. Die meisten Kladen sind sehr heterogen, andere Stammgruppen können den Stammgruppen der Geschwistergruppen weit ähnlicher sehen als Tochtergruppen (Endstadien).
3. Die Bestimmung, Geschwistergruppen denselben Rang zuzuweisen, ist unrealistisch. Eine Geschwistergruppe, die sich kaum weiterentwickelt hat und eine, die einen drastischen evolutionären Wandel durchgemacht hat (z.B. Vögel) müssten dieselbe kategorische Rangstufe erhalten.
5. Verlangt, jede Population in den Rang einer Art zu erheben, wenn sie sich auch nur in einem einzigen Merkmal unterscheiden (Phylogenetisches Artkonzept).
6. Eine Klassifikation ist nützlicher, je mehr Merkmale sie berücksichtigt.
7. Geschwistergruppen werden aus Beziehungen ausgeschlossen, selbst wenn sie näher verwandt sind als entfernte Nachkommen.
I 199
Jede Klassifikation aufgrund eines einzigen Merkmals führt zu heterogenen, künstlichen Taxa.
I 199
Mehrdimensionale Ordnung: die Reihenfolge von Taxa in einer gedruckten Aufstellung ist gezwungenermaßen eindimensional.
Aber gemeinsame Abstammung ist ein dreidimensionales Phänomen.
1. Abgeleitete Taxa: hinter denen, von denen sie sich ableiten.
2. Spezialisiertere hinter weniger spezialisierten
3. Veränderungen der ursprünglichen Reihenfolg sind zu vermeiden.



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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Ma
E. Mayr
Das ist Biologie Heidelberg 1998

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 19.11.2017