Philosophie Lexikon der Argumente

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Theorien: Theorien sind Aussagensysteme zur Erklärung von Beobachtungen z.B. von Verhalten oder physikalischen, chemischen oder biologischen Prozessen. Beim Aufstellen von Theorien werden ein Gegenstandsbereich, ein Vokabular der zu verwendenden Begriffe und zulässige Methoden der Beobachtung festgelegt. Ziel der Theoriebildung ist außer Erklärungen Prognosefähigkeit und Vergleichbarkeit von Beobachtungen. Siehe auch Systeme, Modelle. Experimente, Beobachtung, Beobachtungssprache, Theoretische Termini, Theoretische Entitäten, Voraussagen, Analogien, Vergleiche, Beweise, Verifikation, Reduktion, Definitionen, Definierbarkeit.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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I 359
Theorie/Biologie/Mayr: es gibt Phänomene, für die es einfach noch keine Theorien gibt. Bsp Die Orientierung der Brieftauben.
I 81
Hempel/Oppenheim: (1948) deduktiv nomologisches Modell (D N Modell).
Modifikation (1981,John Beatty): "Semantische Konzeption der Theoriestruktur”: eine
I 81
Def Theorie ist die Definition eines Systems. Theorien haben weder dauerhaften, noch allgemeinen Charakter. Sie sind mit vielfältigen Lösungen und evolutionärem Charakter vereinbar.
I 84
Externe Faktoren: Bsp Dass Wallace und Darwin auf so unterschiedlichen Wege zu praktisch den gleichen Ergebnisse kamen, macht die Irrelevanz externer Faktoren für die Theoriebildung deutlich.
I 93
Theorie/Hypothese/Mayr: Philosophen legen Wert auf diese Unterscheidung.
Tatsache/Theorie/Gesetz/Mayr: nach der Entdeckung des Pluto wurde aus einer Theorie eine Tatsache. Die Gesetze der Thermodynamik ließen sich ebenso gut als Tatsachen bezeichnen.
Bsp Dass Vögel Federn haben, ist aber eine Tatsache und kein Gesetz.
I 96
Biologie/Mayr: hier spielen Konzepte eine größere Rolle als Gesetze.
I 107
Theorie/Mayr: oft wird eine vollkommen neue Ursache postuliert, obwohl vieles der alten Theorie erhalten bleibt.
I 138
Theorie: ein und dieselbe Theorie kann in manchen Wissenschaften weitaus revolutionärer sein als in anderen. Bsp Plattentektonik.
I 140
Änderungen von Konzepten können sich viel stärker auswirken als Entdeckungen: Mendels Vererbung, Darwins Evolution, (Dieses Argument stammt von Popper).
I 141
Paradigma (Kuhn)/Mayr: Vergleich mit platonischem eidos: nur zu ersetzen, nicht zu streichen. Variationen sind hier lediglich Zufälle.
I 146
Theorie: manche Theorien werden erst sehr lange nach ihrer Aufstellung akzeptiert. Gründe:
1. Verschiedene Indizienreihen führen zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen
2. Unterschiedliche Ideologien:
Bsp Viele Franzosen waren einfach für Lamarck…
3. Zu einem Zeitpunkt können mehrere Erklärungen ein Phänomen gleich gut deuten. Bsp Langstreckenorientierung der Vögel: Sonne, Magnetfeld der Erde, Geruchssinn, andere Faktoren.
Manchmal gibt es mehrere mögliche Antworten.
I 149
Wissenschaft: die meisten Fragen nach dem "Was " oder "wie" sind der Wissenschaft zugänglich. Nicht so Fragen nach dem Warum.
Vannevar Bush: "Wissenschaft ist ein endloses Grenzland".


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Ma
E. Mayr
Das ist Biologie Heidelberg 1998

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 28.07.2017