Philosophie Lexikon der Argumente

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Vierdimensionalismus, Philosophie: Der sogenannte Vierdimensionalismus nimmt ein Koordinatensystem mit drei Raumachsen und einer Zeitachse an, um Ereignisse durch einen Punkt zu repräsentieren und Ort und Zeitpunkt anzugeben. Dauerhafte Gegenstände werden in Form von ausgedehnten Linien dargestellt. Der Verlauf der Linien entspricht den Ortsveränderungen des Gegenstands, ihre Dicke seiner Größe. Aus diesen Weltlinien genannten vierdimensionalen Objekten (die Gegenstände zusammen mit ihrem Zeitverlauf) können momentane Zustände der Objekte gewonnen werden, indem man einen Querschnitt anlegt, sogenannte Zeitscheiben. Die Zeitscheibe einer Person hat keine flache Gestalt sondern ist identisch mit der Person in einem Augenblick. Siehe auch Koordinatensystem, Abbildung, Repräsentation, Raumzeit, Zeit, Raum, Veränderung, Bewegung, Bezugssysteme.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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Geach I 304
Zeit/Veränderung/McTaggart/Geach: Zeit ist als bloße vierte Dimension in jedem Fall unhaltbar!
Bsp nach dieser Sicht wären die verschiedenen Temperaturen eines Feuerhakens in der Zeit dasselbe wie verschiedene Temperaturen an verschiedenen Stellen der Zeitachse des Feuerhakens.
McTaggart: das wäre nicht mehr ein Wechsel in der Temperatur als es eine Variation der Temperatur entlang der Länge des Feuerhakens selbst wäre.
Das gilt auch für andere Wechsel.
Bsp Das macht man doch auch, wenn man die Beschleunigungskurve eines Autos betrachtet und feststellt, dass beim Hochschalten in den dritten Gang eine Stufe vorliegt. Dieses Problem ist damit dokumentiert und wieder auffindbar. Es ist nicht mehr anekdotisch sondern analysierbar.
Geach: Bsp das Wachstum eines Menschen würde als Laufen eines vierdimensionalen Körpers entlang seiner Zeitachse angesehen aber wäre hier kein Wechsel mehr zu konstatieren.
Veränderung/vierdimensionale Raumzeit/Geach: Veränderung wird hier regelrecht abgeschafft. Der Wechsel wird reduziert auf eine bloße Variation von Attributen zwischen Teilen eines Ganzen.
Veränderung/McTaggertVs vierdimensionale Raumzeit: kein Wechsel, keine Zeit!
I 305
Die Rede von einer Zeitachse ist unangemessen unter diesen Prämissen.
Diese Sicht verpflichtet uns zu sagen, Zeit sei eine Illusion.
In der vierdimensionalen absoluten Realität gibt es ein Arrangement vierdimensionaler Dinge, die sich nicht verändern.
In unserer Erfahrung gibt es dreidimensionale Körper, die Wechseln unterworfen sind.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972

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> Gegenargumente gegen McTaggart

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 19.11.2017