Philosophie Lexikon der Argumente

 
Repräsentation, Philosophie: Angenommene innere Gegebenheiten wie z.B. bildliche Vorstellungen oder sprachliche Vervollständigungen, die sich als Assoziationen einstellen oder unter Umständen durch Rekonstruktion erarbeitet werden. In einem weiteren Sinn sind auch Sätze, Wörter und Symbole Repräsentationen innerhalb eines Zeichensystems. Siehe auch Wahrmacher, Vorstellung, Sätze, Propositionen, Intensionen, Korrespondenz, Sprechakttheorie.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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Ruth G. Millikan Verschiedene Arten von zweckgerichtetem Verhalten in Dominik Perler, Markus Wild (Hg) Der Geist der Tiere Frankfurt 2005

Perler I 208
Repräsentation/Millikan: sind sehr abstrakte Modelle: Bsp deutsche Sätze als Repräsentationen: signifikante Veränderungen (durch Substitution) in den Sätzen entsprechen meist Veränderungen der Dinge, von denen die Sätze handeln.
neuronale Netze: wahrscheinlich stellen abstrakte Modelle "Landkarten" oder Entwürfe für die Umwelt dar.
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I 12
Repräsentation/Millikan: Sätze, Gedanken, Glauben, Überzeugungen sind Repräsentationen. Sie sind verschieden von allgemeiner Intentionalität.
Bsp Bienentanz: keine Repräsentation.
I 13
Repräsentation: übt ihre Eigenfunktion nur aus, wenn der Referent identifiziert ist.
I 140
Repräsentation/Intentionalität/Rationalität/Millikan: Repräsentation setzt Intentionalität schon voraus und erklärt sie nicht.
Involviert sein in Inferenzen ist zwar Teil von dem, was einen Wunsch zu einer Repräsentation macht, aber ist nicht Teil von dem, was ihn intentional macht, Intentionalität und Rationalität sind nicht zwei Seiten einer Medaille.
I 199
Keine Repräsentation: Bsp „Cicero ist Tullius“ (Identität): hier sind die Worttypen „Cicero“ und „Tullius“ keine repräsentationalen Referenten der Tokens „Cicero“ und „Tullius“, sondern nur Protoreferenten ((s) niedrigste Typen).
Protoreferent/Millikan: Bsp 1. der Worttyp „Cicero“ ist der Protoreferent von „Cicero“.
2. Cicero selbst (die Person) ist ebenfalls Protoreferent von „Cicero“, Denn „Cicero ist Tullius“ bildet ab, dass „Tullius“ Cicero benennt.
I 200
Repräsentation: aber „Cicero“ ist keine Repräsentation (in einer Identitätsaussage). Der Gebrauch von „A“ in „A ist B“ ist ein parasitärer Gebrauch.
Lösung: die Funktion von „A“ ist hier nicht, in einen inneren Term übersetzt zu werden, sondern einen Wechsel in dem Begriff herbeizuführen, der den Gebrauch des inneren Terms regelt, in den „A“ gewöhnlich übersetzt würde. Bsp „The Lady ist a vixen“: Hier wird „vixen“ nicht als „weiblicher Fuchs“ übersetzt.
Verschobene Funktion; die repräsentationale referentielle Funktion ist verschoben.
I 224
Repräsentation/Negation/Millikan: These: negative Repräsentationen haben unbestimmten Sinn. ((s) Aber Millikan gibt zu, dass Negationen Repräsentationen sind, anders als Identitätssätze und Existenzsätze).
Millikan: wie bei unbestimmten Kennzeichnungen sind die real values bestimmt, wenn sie in wahren Sätzen vorkommen, aber sie müssen nicht vom Hörer identifiziert werden können, um ihre Eigenfunktion zu erfüllen.
I 331
Repräsentation/Millikan. unterscheidet sich von Abbildung, dass sie nach bestimmten Regeln abbilden soll.
Diese Regeln sind durch dieselbe Geschichte festgelegt, die die Repräsentationen überhaupt zu Repräsentationen machen. ((s) >Naturalismus).


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Millk I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Tie I
D. Perler/M. Wild (Hg)
Der Geist der Tiere Frankfurt 2005

> Gegenargumente gegen Millikan
> Gegenargumente zu Repräsentation ...

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 24.09.2017