Philosophie Lexikon der Argumente

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Zitat/Zitattilgung: Zitate sind Wiedergaben von mündlichen oder schriftlichen Sprachäußerungen, die zu einer anderen Zeit und/oder an einem anderen Ort gemacht oder gefunden wurden. Sie können ihrerseits mündlich oder schriftlich vorgebracht werden. Probleme ergeben sich für die Interpretation der ursprünglichen Äußerung, wenn diese sprachliche Elemente enthält, die sich auf Personen oder Situationen im Äußerungskontext beziehen. Siehe auch Indirekte Rede, Quasi-Anführung, Intensionen, Propositionen, Opazität, Zweidimensionale Semantik.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.
 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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I 209
Anführungszeichen/Zitat/Davidson/Millikan: (D. Davidson Quotation,1979) These: erwähnende Anführungszeichen sind indexikalisch oder „demonstrativ“. Ihre Füllung liegt semantisch außerhalb des Satzes. So wie Bsp wenn ich auf einen Fisch zeige und sage „Diesen Fisch hab ich gefangen“ der Fisch außerhalb des Satzes liegt.
I 210
Erwähnende Anführungszeichen/Davidson: so etwas wie Bsp „der Ausdruck mit der hier abgebildeten Form“.
MillikanVsDavidson: Angenommen, die Anführungszeichen allein besorgen die Indizierung. Dann ist die indexikalische Anpassungsrelation eine Relation zu einem Typ von Füllung ((s) der Inhalt spielt keine Rolle).
Aber wenn die Füllung als Teil des Satzes betrachtet wird, dann fragt sich, was das Kriterium dafür ist, wo der Satz endet und wo die Umwelt des Satzes beginnt. Bsp „Ich fing diesen Fisch heute“ ist ein vollständiger Satz mit und ohne Fisch. Dagegen „___“ hat fünf Buchstaben“ ist kein vollständiger Satz. ((s) Das Demonstrativum braucht also nicht im Satz erfüllt zu werden, sondern kann durch Ostension ergänzt werden, Die Füllung von Anführungszeichen ist aber im Satz unverzichtbar.
Anführungszeichen /Davidson/Millikan: These: Anführungszeichen referieren auf die Form des zwischen ihnen stehenden Ausdrucks (Füllung).
MillikanVsDavidson: das ist inadäquat, weil man keinen klaren Begriff von einem Ausdruckstyp hat. Ausdrücke werden niemals durch die Form kategorisiert.
Millikan: These: eine Stärke meines Ansatzes ist, dass sprachliche Einheiten zu Typen gruppiert werden können. Aber dabei geht es nie um Form, sondern um niedrigste Typen oder genetische Familien.
Millikan: wenn wir sagen „er hat zuerst dies… und dann das… gezeichnet“, brauchen wir Demonstrativa und Ostension, nicht Anführungszeichen.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Millk I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

> Gegenargumente gegen Millikan



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 23.06.2017