Philosophie Lexikon der Argumente

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Erfahrung: reflektierte Wahrnehmung, die z.B. mit früheren Wahrnehmungen verglichen und sprachlich verarbeitet werden kann. Siehe auch Erlebnisse, Ereignisse, Wahrnehmung, Empfindung, Empirie.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Danto III 53
Erfahrung/Nietzsche/Danto: (vgl. Wahrheit/Nietzsche (F. Nietzsche, Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne, KGW1/III, 2, S. 374f)). Hier ist von Metaphern die Rede.
Metapher/Nietzsche/Danto: Man beachte, dass hier mit Metaphern sprachliche Ausdrucksmittel für Erfahrungen und nicht für Dinge gemeint sind. Dies macht es fast unabwendbar, dass der Ausdruck einer unkonventionellen Erfahrung so gut wie unverständlich sein wird.
Intuition/Erfahrung/Nietzsche/Danto: Nietzsche nennt Erfahrungen hier Intuitionen:
(Von) Intuitionen aus führt kein regelmäßiger Weg in das Land der gespenstischen Schemata, der Abstraktionen: für sie ist das Wort nicht gemacht, der Mensch verstimmt, wenn er sie sieh, oder redet in lauter verbotenen Metaphern und unerhörten Begriffsfügungen, um wenigstens durch das Zertrümmern und Verhöhnen der alten Begriffsschranken dem Eindrucke der mächtigen gegenwärtigen Intuition schöpferisch zu entsprechen. (F. Nietzsche, Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne, KGW1/III, 2, S. 382f)).
Danto III 54
Erfahrung/Kant/NietzscheVsKant/Nietzsche/Danto: Nietzsche nähert sich damit keineswegs Kant an, der es für selbstverständlich hielt, dass Erfahrungen den Formen entsprechen müssten, die ihnen durch eine festgelegte Reihe von Begriffen und Kategorien, also den Bedingungen jeder verständlichen Erfahrung auferlegt werden. Nach Kant erkennen wir die Dinge nicht so, wie sie an sich sind, sondern wie sie uns durch die Logik der Erfahrung dargeboten und wie sie durch ihren apriorischen Apparat vorgeformt werden.
Begriffe/Sprache/NietzscheVsKant/Danto: anders als Kant behauptet Nietzsche nicht, dass ein definierter Bestand an Begriffen dem menschlichen Geist, ungeachtet aller Unterschiede zwischen den menschlichen Wesen, innewohne. Vielmehr variieren für Nietzsche die begrifflichen Schemata (>Begriffsschema) je nach Gesellschaft. Nach Nietzsche gibt es viele Wege, die Erfahrung zu organisieren, der unsere ist lediglich ein solcher, der sich für uns bewährt hat, an dem jedoch nichts unwandelbar, unantastbar oder notwendig ist. Nichts spricht dagegen, dass die (…) unkonventionellen Erfahrungen (unter einer anderen Struktur) einmal mustergültig werden, so dass die hier und jetzt unkonventionelle Sprache irgendwann und irgendwo einmal landläufige Rede wäre.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Nie I
Friedrich Nietzsche
Sämtliche Werke: Kritische Studienausgabe Berlin 2009

Nie V
F. Nietzsche
Beyond Good and Evil 2014

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005

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