Philosophie Lexikon der Argumente

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Sinn, Philosophie: Sinn ist eine Eigenschaft von Aussagen, die die Feststellung des Wahrheitswerts (wahr oder falsch) grundsätzlich ermöglicht, wenn auch nicht garantiert. Auch falsche Aussagen haben Sinn, sonst könnte ihre Falschheit nicht festgestellt werden. Sinnlos ist demnach, was nicht negiert werden kann. Aussagen über die Zukunft erlauben eine Einschätzung von Wahrscheinlichkeiten, wenn sie sinnvoll sind ohne einen Wahrheitswert zu haben. Wünsche und Befehle sind sinnvoll und verstehbar, wenn sie in negierbare Aussagesätze umformuliert werden können. Siehe auch Verstehen, Negation, Wahrheitswerte, Verifikation, Bestimmtheit, Unbestimmtheit, Wahrscheinlichkeit, Fregescher Sinn.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

Friedrich Nietzsche über Sinn – Lexikon der Argumente

Ries II 84
Sinn/Nietzsche: Nach dem Verfall des asketischen Ideals bleibt die Frage: wozu Leiden? Keine Antwort. Das Leiden aber bleibt.
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Danto III 229
Sinn/Leben/Nietzsche/Danto: Laut Hobbes gab es im Naturzustand kein Anzeichen von Zivilisation und die Geschichte (story) des bloßen Lebens müsste eine monotone Wiederholung von Prügeleien und Vergewaltigungen sein: Wenn es eine Geschichte ans sich (history) gegeben hat, dann ist sie der Religion zu verdanken, und laut Nietzsche damit auch dem „Geist, der von den Ohnmächtigen (Danto: den Priestern) her in sie gekommen ist. (F. Nietzsche Jenseits von Gut und Böse, VI. 2, S 281).
Sinn/Leben/Nietzsche/Danto: Von hier aus lässt sich die Bedeutung der Religion erst richtig abschätzen: „Es hatte der Mensch, das Tier Mensch bisher keinen Sinn. Sein Dasein auf Erden enthielt kein Ziel;“ Er wusste sich selbst nicht zu rechtfertigen, zu erklären, zu bejahen.“ (ebenda, S. 429.).
Danto III 230
Bewusstsein/Nietzsche/Danto: Das Bewusstsein trat nach Nietzsche erst spät und vorerst wenig wirksam als überschüssiges Organ auf den Plan. Da wir gleichzeitig Tiere bleiben, leiden wir an der Kluft zwischen dem, was wir sind, und dem, was wir erhoffen.
Leiden/Religion: trotzdem: sollte es in irgendeiner Form Leiden geben, dann keines ohne Sinn und Zweck. Religionen verleihen der Tatsache des Leidens Sinn und Bedeutung, auch wenn sie selbst zugleich Leiden verursachen. Nach Nietzsche ist nun aber „irgendein Sinn (…) besser als gar kein Sinn.“ (ebenda S. 429.).


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Nie I
Friedrich Nietzsche
Sämtliche Werke: Kritische Studienausgabe Berlin 2009

Nie V
F. Nietzsche
Beyond Good and Evil 2014

Ries II
Wiebrecht Ries
Nietzsche zur Einführung Hamburg 1990

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005

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