Philosophie Lexikon der Argumente

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Werte, Philosophie: Im Gegensatz zum Begriff des wirtschaftlichen Werts geht es beim philosophisch verstandenem Wertbegriff um die Zuschreibung von Eigenschaften und die Charakterisierung von konkreten oder idealisierten Situationen im Hinblick darauf, ob ihre Verwirklichung anzustreben ist, weil ein Wert im Zusammenhang mit diesen Situationen identifiziert werden kann. Siehe auch Normen, Prinzipien, Ethik, Moral, Nutzen.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Ries II 51
Umwertung der Werte/Nietzsche: erste halbbewusste Vertreter: Sophisten, Antisthenes, der Cyniker. Die Morgenröte beginnt diese Aufgabe mit einer "Arbeit der Tiefe".
Ries II 75
Werte/Jenseits von Gut und Böse/Nietzsche: folgenschwere Ineinssetzung von Wahr und Gut. Illusion: »die Dinge höchsten Wertes müssen einen anderen, eigenen Ursprung haben«. Scheinwelt.
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Danto III 201
Werte/Sklavenmoral/Herrenmoral/Nietzsche/Danto: Ressentiment/Sklavenmoral: der Sklave fürchtet nicht nur die Bosheit des Herren und bauscht sie auf: er verübelt (Ressentiment) die Stärke des Herrn ebenso wie seine eigenen verhältnismäßige Ohnmacht.
Er kann seine Feindseligkeit nicht auf den Wegen ausagieren, die den Aristokraten offenstehen. Strategie des Sklaven: den Herren dazu zu bringen, dass er die Wertetafel des Sklaven akzeptiert und sich selbst aus der Perspektive des Sklaven einschätzt. Schließlich wird der Herr in seinen eigenen Augen böse.
Danto: die Umwertung der Werte wird durch die Arbeit der Religion möglich. Durch die Religion wurden die Starken unter das Joch einer beschränkten Menge von Geboten gebeugt, die sie grausamerweise erleiden mussten. Die Religion fungierte als ein Mittel zur Rache, das die Unwilligen demütig aufgriffen. Als er noch mächtig war, hatte der Aristokrat stets anderes hochgeschätzt.
Danto III 202
Durch sein Verhalten zeigte der Aristokrat zunächst Verachtung für die Weltanschauung der (christlichen) Religion und für die Absichten des priesterlichen Grolls.
Nun sind die Priester die bösesten Feinde, weil sie die ohnmächtigsten sind. (F. Nietzsche, Zur Genealogie der Moral, KGW VI. 2, S.. 280). Sie kultivieren das Ressentiment bis zu seinem höchsten Grad. Ihre Umwertung der Werte ist letztlich ein Akt der geistigsten Rache. (Ebenda, S. 281).


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Nie I
Friedrich Nietzsche
Sämtliche Werke: Kritische Studienausgabe Berlin 2009

Nie V
F. Nietzsche
Beyond Good and Evil 2014

Ries II
Wiebrecht Ries
Nietzsche zur Einführung Hamburg 1990

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005

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