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Willensfreiheit: Alltagssprachlich formuliert ist der Freie Wille die Fähigkeit eines Subjekts, unter Alternativen wählen zu können. Siehe auch Libet-Experimente, Freiheit, Subjekt, Individuum, Determinismus, Handlungen Autonomie, Kompatibilismus.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

Friedrich Nietzsche über Willensfreiheit – Lexikon der Argumente

Danto III 140
Wille/NietzscheVsSchopenhauer/Nietzsche/Danto: (F. Nietzsche Jenseits von Gut und Böse, KGW VI.,2 S.25): Die Philosophen pflegen vom Willen zu reden, wie als ob er die bekannteste Sache von der Welt sei; ja Schopenhauer gab zu verstehen, der Wille allein sei uns eigentlich bekannt.
DantoVsSchopenhauer: in Wirklichkeit ist dies nicht der Fall. Es gibt keine einfache, für sich identifizierbare mentale Operation, die als Willensakt erkannt und intuitiv erfasst würde.
Nietzsche: Es gibt keinen ‚Willen‘: das ist nur eine vereinfachende Konzeption des Verstandes. (F. Nietzsche Nachlass, Berlin, 1999, S. 913).
Danto III 141
Wille/Nietzsche: Vielleicht ist der schlimmste unter all diesen Trugschlüssen die Folgerung, das ‚Wollen genüge zur Aktion‘.(F. Nietzsche Jenseits von Gut und Böse, KGW VI.,2 S.27).
Danto III 143
Wille/Nietzsche/Danto: (F. Nietzsche, Götzen-Dämmerung, KGW VI,3 S. 85):Der Wille bewegt nichts mehr, erklärt folglich auch nichts mehr – er begleitet bloß Vorgänge, er kann auch fehlen.
Danto: wenn es keinen Willen gibt, so auch keinen freien oder unfreien Willen. (Vgl. F. Nietzsche Nachlass, Berlin, 1999, S. 913).
Willensfreiheit/Nietzsche/Danto: Diese Schlussfolgerung ist vorschnell: die Lehre vom freien Wille hängt keineswegs von einer psychologischen Theorie über den Willen als mentalem Phänomen ab; ‚frei‘ wird auf Handlungen, nicht aber auf den Willen angewandt.
Nietzsche legt die Auseinandersetzung über den freien Willen meist auf Eis, die Vorstellung vom freien Willen verdanke sich „logischer Notzucht“.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Nie I
Friedrich Nietzsche
Sämtliche Werke: Kritische Studienausgabe Berlin 2009

Nie V
F. Nietzsche
Beyond Good and Evil 2014

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005

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