Philosophie Lexikon der Argumente

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Methode: ein Verfahren, auf das sich Teilnehmer an einer Diskussion oder einem Forschungsvorhaben geeinigt haben. Bei Verstößen gegen eine Methode wird vor allem die Vergleichbarkeit der Ergebnisse angezweifelt, da diese nicht mehr aus einer Menge mit einheitlich definierten Eigenschaften der Elemente stammen.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Slater I 57
Methode/Piaget: Obwohl in jeder seiner Untersuchungen ein übergeordnetes Ziel verfolgt wird - zum Beispiel zu entdecken, wie Kinder die Fähigkeit entwickeln, über Mathematik und Logik nachzudenken -, verwenden die meisten seiner Studien kein detailliertes "Skript", dem der Experimentator für jedes Kind in genau der gleichen Weise folgt. Stattdessen werden die detaillierten Interaktionen und spezifischen Herausforderungen an die momentanen Reaktionen des Kindes angepasst.
Daten/Probleme: Die Daten aus den frühen Studien - der 1920er Jahre - beschränken sich auf handschriftliche Notizen, die in "Echtzeit" angefertigt wurden.
VsPiaget: Die Datenbank für jede spezifische Studie wird typischerweise aus einer relativ kleinen und willkürlichen Stichprobe von Kindern - oft Piagets eigenen Kindern - generiert, so dass Verallgemeinerungen aus diesen Studien nicht auf einer sehr soliden statistischen Grundlage stehen. Tatsächlich würden viele der bahnbrechenden Untersuchungen von Piaget wahrscheinlich von den meisten modernen Zeitschriften abgelehnt werden, und zwar aus methodischen Gründen des Stichprobenumfangs, der Nicht-Standard-Messung und der mangelnden Interrater Realiabilität!
Dennoch wurden viele von Piagets Experimenten wiederholt. Wenn Prozeduren genau so ausgeführt werden, wie Piaget sie beschrieben hat, sind die Ergebnisse fast immer die gleichen.
VsPiaget: In vielen Fällen findet man jedoch bei kleinen Änderungen (...) oft Ergebnisse, die Piagets theoretische Interpretation in Frage stellen. Z.B. >Klassen/Piaget.
Slater I 58
Forscher fanden heraus, dass eine leichte Änderung des Wortlauts des Problems zu einer erheblichen Verbesserung der Leistung von Kindern führt.
Allgemeines Problem/VsPiaget: Nicht die Reproduzierbarkeit, sondern die theoretische Interpretation der Experimente hat sich als problematisch erwiesen.
Slater I 59
Die heutigen Theorien der kognitiven Entwicklung werden in Form von Rechenmodellen der mentalen Prozesse, die in den neuronalen Netzwerken des menschlichen Gehirns implementiert werden, dargestellt (Elman, 2005(1); Klahr, 2004(2); Rakison & Lupyan, 2008(3)).


1. Elman, J. L. (2005). Connectionist models of cognitive development: where next? Trends in Cognitive Sciences, 9, 111–117.
2. Klahr, D. (2004). New kids on the connectionist modeling block. Developmental Science, 7, 165–166.
3. Rakison, D. H., & Lupyan, G. (2008). Developing object concepts in infancy: An associative learning perspective. Monographs of the Society for Research in Child Development, 73, 1–110.


David Klahr, ”Revisiting Piaget. A Perspective from Studies of Children’s Problem-solving Abilities”, in: Alan M. Slater and Paul C. Quinn (eds.) 2012. Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies. London: Sage Publications


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Piag I
J. Piaget
The Psychology Of The Child 2nd Edition 1969

Slater I
Alan M. Slater
Paul C. Quinn
Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2012

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