Philosophie Lexikon der Argumente

 
Experiment: künstliches Herbeiführen eines Ereignisses oder künstliches Erzeugen eines Zustands zur Überprüfung einer Hypothese. Die Durchführung von Experimenten kann zur Neuformulierung der Ausgangshypothesen und zur Neuformulierung von Theorien führen. Siehe auch Theorien, Messungen, Wissenschaft, Hypothesen, Bayesianismus, Bestätigung, Ereignisse, Paradigmen, Paragimenwechsel, Rahmenbedingungen, Bezugssysteme.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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Joelle Proust Das intentionale Tier in D. Perler/M. Wild (Hg) Der Geist der Tiere Frankfurt/M. 2005

Perler I 237
Tier/Experiment/Methode/HeyesVsCheney/Seyfarth/Proust: schlechte Methode: "Fallen stellen": a) Weibchen für ihre Jungen sichtbar b) nicht sichtbar, Warnrufe, Ergebnis: in unterschiedlichen Situationen ändert sich die Frequenz der Schreie nicht.
Daher könnte man denken, dass Meerkatzen keinen allgemeinen Begriff für Wissen haben, da ein anderer erworben hat.
HeyesVs: dieses negative Resultat beweist überhaupt nichts. Ein positives hätte wiederum entweder in Bezug auf das Vorhandensein von assoziativem Lernen oder auf eine geistige Zuschreibung interpretiert werde können.
Jedenfalls zeigt das negative, dass die Weibchen eine Situation, in der die Jungen Gefahr oder Belohnung ignorieren, nicht von einer unterschieden zu haben scheinen, in der sie dies beachten.

Triangulation/Tier/Experiment/Proust: Heyes: das erlaubt, Indizien für Geist klarer zu erkennen. Bsp hier hat man nach einer Lernphase die Rollen der Trainer vertauscht. Dann haben die Tiere keine visuellen Indizien. Dennoch übertragen sie die Unterscheidungen.
Die Forscher gelangten damals zu dem Schluss, dass die Schimpansen "die visuelle Perspektive eines anderen repräsentieren" könnten.
Eine spätere Studie ließ sie ihre Meinung radikal revidieren: junge Schimpansen unterscheiden überhaupt nicht zwischen den Trainern! Bsp ein Trainer mit Eimer über dem Kopf, andere mit Eimer über der Schulter, ein Trainer mit dem Rücken, einer mit dem Gesicht zum Tier.
I 239
Fazit: das vorausgegangene Lernen genügte zur Erklärung, warum die Schimpansen gewisse Kommunikationshaltungen bevorzugen. Es scheint nicht der Fall zu sein, dass eine dazwischenliegende psychologische Variable das Verstehen des Sehens als Erkenntnisquelle eine Rolle im Verhalten spielt.
"Aufmerksames Hinsehen" ist für die Schimpansen nur eine Bewegungsassoziation, kein Prozess des Erkenntniserwerbs.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Tie I
D. Perler/M. Wild (Hg)
Der Geist der Tiere Frankfurt 2005

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 22.09.2017