Philosophie Lexikon der Argumente

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Proximale Theorie, Philosophie: als proximal werden Theorien des Lernens bzw. des Spracherwerbs bezeichnet, die annehmen, dass die zu lernenden Bedeutungen an den Nervenenden des lernenden Subjekts zu lokalisieren sind. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Bedeutungen nicht „im Kopf“ sind, wie die Formulierung von H. Putnam (H. Putnam The meaning of 'meaning In Philosophical Papers. Vol. 2 Mind, Language and Reality. Cambridge p. 227) lautet. Die Gegenpositionen zur proximalen Theorie sind unter dem Begriff der distalen Theorien zusammengefasst. Diese nehmen an, dass Bedeutungen auf den Oberflächen der Gegenstände anzusiedeln sind. Distale Theorien gehen von einem sozialen Lernen aus, proximale Theorien von einem subjektzentrierten Spracherwerb. Sie auch Distale Theorien, Spracherwerb, Bedeutung, Bedeutungstheorie, Zwillingserde.
 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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Joelle Proust Das intentionale Tier in D. Perler/M. Wild (Hg) Der Geist der Tiere Frankfurt/M. 2005

Perler I 227
Proximal/Proust: primitive Lebewesen wie der Seehase (Meeresnacktschnecke) reagieren auf einen proximalen Zustand der Rezeptoren.
I 227
Proximal/Proust: z.B. Schnecke: kann eine Information nur dann verarbeiten, wenn Kontakt zu ihren Rezeptoren besteht.
Distal: Vögel und Säugetiere brauchen keinen Kontakt zu ihren Rezeptoren. Daher können sie ganz andere räumliche Begriffe entwickeln! (VsQuine).
I 228
Raum/Tier/Denken/Proust: intuitiv ist der Raum eine Art von leerem Rahmen für mögliche Wahrnehmungsgehalte.
Die Relation, die für uns von Interesse ist, ist das Vorkommen am gleichen Ort, d.h. die Äquivalenzklasse für alle Wahrnehmungserfahrungen, die die gleiche Lokalisierung in der Umgebung betreffen.
Proust: diese Relation ist interessant, weil sie weder den Begriff von Raum noch den Begriff von einem Begriff voraussetzt. Sie ist rein logisch.
Proust: das Vorkommen am gleichen Ort ist auch wesentlich als Grundlage für Wiedererkennen von Objekten.
I 229
Def Kalibrierung/Proust: Anpassung eines auditiven Musters an ein visuelles. ((s) Koordinierung von Sinneseindrücken.)
Proust: dieser Mechanismus ist unerlässlich, um die sinnlichen Inputs zu korrigieren.

Tie I
D. Perler/M. Wild (Hg)
Der Geist der Tiere Frankfurt 2005

> Gegenargumente zu Proximale Theorie



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 28.05.2017