Philosophie Lexikon der Argumente

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Rollen, Philosophie: Der Ausdruck Rolle wird meist mit einem Zusatz wie kausale Rolle, funktionale Rolle usw. gebraucht. Dabei wird signalisiert, dass eine gewisse Offenheit für eine noch ausstehende Präzisierung für eine Funktion innerhalb eines Systems gewünscht wird. Mit anderen Worten, dass es ein Nichtwissen in Bezug auf den Gegenstand gibt, der die Funktion ausübt. Sprachlich wird das durch Formulierungen ausgedrückt wie „Was auch immer die…Rolle spielt“. Ein Beispiel aus der Philosophie des Geistes ist die kausale Rolle von Schmerz. Siehe auch Funktionalismus.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
I 96
Rollen/soziale Positionen/Gesellschaft/Rawls: die Rollen in einer zu errichtenden Gemeinschaft werden notwendigerweise ungleiche Gestaltungsmöglichkeiten mit sich bringen. Wir benutzen unsere zwei Prinzipien, um Ungerechtigkeiten vorzubeugen:
I 61
1. Jeder muss Recht auf grundlegende Freiheit haben
2. Ungleichheiten sind so zu handhaben, dass sie zu jedermanns Vorteil sind, unterschiedliche Positionen müssen prinzipiell von jedermann inne gehabt werden können.
I 96
Positionen: in den meisten Fällen: 1. Gleiche Bürgerrechte, 2. Die Position, die durch Einkommen und Wohlstand definiert ist. Repräsentative Mitglieder sind dann solche, die für verschiedene Stufen des Wohlstands stehen.
I 97
Rollen: das >Differenzprinzip hilft uns, repräsentative Rollen für Einkommensklassen aufzustellen. Problem: die am wenigsten privilegierten Gruppen. Hier müssen wir willkürlich vorgehen, z.B. ungelernte Arbeiter annehmen. Oder Personen, die weniger als die Hälfte des Medianeinkommens zur Verfügung haben. (Siehe M.J. Bowman über das Fuchs criterion in „Poverty in an Affluent Socienty“, in: Contemporary Economic Issues, ed. N. W. Chamberlain, Homewood, Illinois, 1969.).
I 99
In Konfliktfällen gilt, dass die Interessen eines allgemeineren Standpunkts die Interessen einer individuelleren Position überwiegen. Das gilt z.B. auch, wenn Vor-und Nachteile des Freihandels gegenüber Protektionismus abgewogen werden.
I 100
Die relevanten sozialen Positionen spezifizieren dann den allgemeinen Standpunkt, von dem aus die zwei Prinzipien der Gerechtigkeit auf die Grundstruktur ((s) den Anfangszustand einer zu errichtenden Gesellschaft, in dem nach Rawls die Rollen noch nicht verteilt sind) beurteilt wird. Durch die Prinzipien wird sichergestellt, dass niemand von natürlichen Zufälligkeiten profitiert, es sei denn zum Vorteil von anderen.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005

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> Gegenargumente gegen Rawls

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