Philosophie Lexikon der Argumente

Suche  
 
Verhalten, Philosophie: Beobachtbare Veränderungen im beschreibbaren Zustand von lebenden Organismen, die von diesen Organismen selbst initiiert sind oder die eine Reaktion auf äußere Reize darstellen, bei denen eine gewisse Wahlmöglichkeit der Reaktion besteht. Flankierende Gedanken gehören nicht zum Verhalten, da sonst eine beliebige Ausweitung des Bezugsrahmens eine Bestimmung des Verhaltens unmöglich machen würde. Siehe auch Behaviorismus, Psychologie, Mentalismus, Naturalismus, Beobachtung.
 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
Bücher bei Amazon
Kim Sterelny Primatenwelten in D. Perler/M. Wild (Hg.) Der Geist der Tiere, Frankfurt 2005

Perler I 371
Verhalten/Vorhersage/Kontrolle/Geist/Repräsentation: a) einfacher Fall die Zuschreibung und Voraussagen des Verhaltens anderer Tiere ist zunächst effizienter, wenn statt einer expliziten Repräsentation nur eine "verborgene Variable" angenommen wird.
b) komplexer Fall: wenn das Verhalten jedoch komplexer wird, ist die Repräsentation von fremden geistigen Zuständen effizienter!
Kann man den inneren Zustand aufspüren, braucht man nicht mehr jede einzelne Verbindung zwischen Reiz und Verhalten aufzuspüren.
I 372
Aufmerksamkeit/Tier/Sterelny: es scheint, dass die Repräsentation von Aufmerksamkeit nicht sehr anspruchsvoll ist. Es stellt sich aber heraus, dass Schimpansen im Experiment nicht signifikant zwischen aufmerksamen und unaufmerksamen Trainer unterscheiden. Bsp Trainer mit Eimer über dem Kopf, oder ständig abgewandt, usw. Die Schimpansen lösten alle Aufgaben zufällig.
I 374
Sterelny: das sollte man nicht bloß mit Input/Output Verhalten erklären, man muss fragen, ob Geräusche oder Gesten mit im Spiel waren.
I 375
Insgesamt wird es sich bei dem ganzen Problem eher um eine Wissen wie als ein Wissen dass handeln. Aufmerksamkeit spielt sich auf vielen Kanälen ab.
Reaktionsbandbreite/Verhalten/Sterelny: ich bezweifle, dass irgendein Verhalten völlig unbedingt ist, denn der Motivationszustand eines Gedankenlesers spielt auch eine Rolle.
Die Reaktionsbandbreite hängt ab von:
1. Spektrum der anderen Merkmale des Akteurs, die der Gedankeleser verfolgt
2. Ausmaß, in dem die Reaktion auch von der sonstigen Umwelt abhängig ist
3. unter Umständen von der Fähigkeit zur Imitation.
Umwelt/Tier/Sterelny: wie kategorisiert ein Tier seine Umwelt? Sind die Kategorien konkret und sinnlich oder funktional?

Tie I
D. Perler/M. Wild (Hg)
Der Geist der Tiere Frankfurt 2005



> Eigenen Beitrag vorschlagen | > Haben Sie einen Fehler entdeckt? | > Export als BibTeX Datei
 
Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 29.05.2017