Philosophie Lexikon der Argumente

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Konstruktivismus, Philosophie: die These, dass die Gegenstände der äußeren Welt mitsamt ihren Eigenschaften und Relationen zu anderen Gegenständen und ihre Relationen zu uns vom Gehirn konstruiert werden. Spielarten des Konstruktivismus sind verschieden stark in ihren Annahmen in Bezug auf die Existenz und Erkennbarkeit einer objektiven, von uns unabhängigen Realität. Siehe auch Autopoiesis, Systemtheorie, Luhmann, Maturana.
 
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Friedrich Waismann Suchen und Finden in der Mathematik 1938 in Kursbuch 8 Mathematik 1967
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Konstruktion/Suchen/Mathematik/Waismann: Bsp Falsche Analogie: wir suchen einen Menschen mit schwarzen Haaren und dem und dem Aussehen. Im dem Fall des Menschen wäre es möglich, die Beschreibung mehr und mehr zu vervollständigen, ohne dass das auf ein finden hinausliefe. Ich hätte den Menschen dann noch nicht.
Bei der Konstruktion ist es so: solange die Konstruktion nicht vollständig beschrieben ist, kann ich nicht sicher sein, ob das, was ich suche, logisch einwandfrei ist, sich also überhaupt beschreiben lässt.
Die unvollkommene Beschreibung lässt gerade das aus, was notwendig wäre, damit etwas gesucht werden könnte. Sie ist also nur eine Scheinbeschreibung des Gesuchten.
Bsp Beweis des Goldbachschen Satzes. S. 76. Bsp Der Induktionsbeweis ist neu entdeckt worden und nicht nur etwa eine Kombination einfacherer Schlussformen.
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Inwiefern ist das Gesuchte im Vorgang des Suchens enthalten?
Bsp Nordpol: jemand zeigt einen Punkt auf dem Plan, das ist die Angabe des Zieles.
Bsp Beim Suchen des Fünfecks mit Zirkel und Lineal ist die Frage: ermöglicht der Begriff das suchen oder nicht?
Im Falle der Mathematik ermöglicht die Angabe der Konstruktion das Suchen nicht! Wir können sogar zwei verschiedene Begriffe der Konstruktion heranziehen (einen laienhaften des Schülers und einen mathematischen).
Der Raum ist in Wirklichkeit nur scheinbar der, der das Gesuchte enthält.

Wa I
F. Waismann
Einführung in das mathematische Denken Darmstadt 1996

Wa II
F. Waismann
Logik, Sprache, Philosophie Stuttgart 1976

> Gegenargumente gegen Waismann
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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 27.05.2017