Philosophie Lexikon der Argumente

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Naturgesetze, Philosophie: Naturgesetze (physikalische Gesetze) sind Beschreibungen von Abhängigkeiten physikalischer Größen untereinander. Aus der Tatsache, dass es sich um Beschreibungen handelt folgt, dass es keine Vorschriften im Sinne von z.B. juristischen Gesetzen sind. N. Goodman schlägt in Fact, Fiction and Forecast (1954) vor, Naturgesetze in der Form irrealer Bedingungssätze (auch Kontrafaktische Konditionale genannt) zu formulieren Wenn A der Fall (gewesen) wäre, wäre B der Fall (gewesen).

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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Genz II 144
Naturgesetze/Wheeler/Genz: These: Naturgesetze brauchen wir nicht, wenn alles durch das Zusammenwirken von Einzelereignissen geschieht, die zusammen den statistischen Gesetzen der Quantenmechanik gehorchen.
Genz II 287
Naturgesetze/Ursprung/Gesetz/Wheeler/Genz: „Law without law“ hat Wheeler seinen Text genannt, der den Ursprung der Naturgesetze sucht, ohne zugrunde liegende Gesetze anzunehmen.
Holger Nielsen/Genz: „Random Dynamics Projekt“: These: etwaige fundamentale Gesetze für kleine Abstände könnten anders sein, ohne dass dies sich für uns auswirkte.
Naturgesetze/Gesetze/Wheeler/Genz: These: Naturgesetze sollten auf Beobachtungen zurückgeführt werden. Nicht
menschliche Beobachter sondern Verfestigungen (s.o.) die eingetreten sind, und daher nicht
rückgängig gemacht werden können.
„Elementares Quantenphänomen“/Wheeler: tritt aus einer Menge von Möglichkeiten hervor
und wird zur Tatsache verfestigt. Zum Phänomen wird es durch eine Lawine von Prozessen, die es auslöst
II 288
Und durch die es „vergrößert“ wird. Es ist erst ein Phänomen, wenn es registriert wird.
a) durch eine Spur
b) durch eine Anregung wie eine momentane Temperaturerhöhung, die gleich wieder zerfällt. Dabei wir quantenmechanische Information zerstört, indem sie zugleich registriert und unlesbar gemacht wird. Dann kann nur das Universum insgesamt der Beobachter sein.
II 290
Verzögerte Wahl/Wheeler: Experiment: analog zum Doppelspaltexperiment: Bsp Kammer mit nur einem Photon und zwei Spiegeln sowie zwei halbdurchlässigen Spiegeln. Werden die halbdurchlässigen Spiegel erst während des laufenden Versuchs in Stellung gebracht, gibt es an einem Detektor eine Auslöschung, im anderen eine Verstärkung (durch Interferenz) des Strahls.
Klassisch: das auf den Spiegel auftreffende Photon bringt ihn zum Wackeln und zerstört das Interferenzbild.
Genz II 295
Wheeler/Naturgesetze/Genz: These: Gott muss würfeln, sonst könnten wir „seine“ Gesetze nicht verstehen. ((s) Anfangsbedingungen sind eher verstehbar als Naturgesetze, die willkürlich wären).
Gesetz/Wheeler: These: jedes Gesetz wird sich letztlich als statistisch erweisen.
II 295
Naturgesetze/Wheeler/Genz: These: die Naturgesetze sind nach dem Urknall entstanden und werden mit dem Ende des Universums untergehen.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Whee I
J. A. Wheeler
Quantum Theory and Measurement Princeton 2014

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 17.10.2017