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Zeit: A. Zeit ist eine Dimension, in der Ereignisse angeordnet werden. Zunächst ist damit noch keine Richtung (vorher/nachher) festgelegt. Eine Zeitrichtung kann im Zusammenhang mit dem Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik gewonnen werden. Dabei muss jedoch ein globaler Rahmen angenommen werden, innerhalb dessen es eine Zunahme von Entropie gibt. Die Annahme einer zunehmenden Entropie gilt nicht für den Vergleich lokaler Ereignisse. B. Im Fall der subjektiven Zeit ist die Frage der Richtung weniger problematisch. Die empfundene Zeitrichtung wird durch den gelernten Gebrauch der Ausdrücke „vorher“ und „nachher“ ausgedrückt. Siehe auch Zeitpfeil, Zeitreisen, Zeitumkehr, Symmetrien, Dauer, Raumzeit, Relativitätstheorie, Vierdimensionalismus, Weltlinien.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

Michael Woods über Zeit – Lexikon der Argumente

II 254
Prädikat/Existenz/Woods: Bsp "Es gab Dodos": Dodo: einstelliges Prädikat, das nur dann von einem Gegenstand wahr ist, wenn dieser zu der Extension des Prädikats zu der Zeit gehört - also relativ zur Zeit der Äußerung - bei einigen Prädikaten verbindet man das Nichtzutreffen mit dem Ableben des Objekts, bei anderen nicht - immer wahr während Existenz: "Mensch" - manchmal wahr, aber nur, wenn Objekt existiert: "schläft" -manchmal wahr, aber auch wenn Objekt nicht existiert: berühmt.
II 258
Erfüllung/Zeit/Existenz/Woods: Fehler: zu denken, Erfüllung (als Prädikat in der Metasprache) brauchte nicht auf Zeit relativiert zu werden. Erfüllung ist hier kein klassisches zweistelliges Prädikat, wahr von Paaren von Ausdrücken und Sequenzen - sondern wenn Wahrheit relativ auf Zeit ist, muss es für denselben Satz möglich sein, sogar im Mund desselben Sprechers von allen Sequenzen zu einigen Zeiten erfüllt zu werden, und zu keiner anderen Zeit.
II 258
Existenz/Zeit/Woods: anderer Ansatz: Prädikate sollen zeitliche Relativierung tragen, nicht die Quantoren. - Wann sind Indices und Demonstrativa notwendig. - Indexikalische sing Term mit der Zuschreibungsfunktion * behandelt werden, so dass Objekte mit Ausdrücken durch Tripel aus einer Sequenz, einer Person und einer Zeit verknüpft werden - "Es gab Dodos": Dodo hier zweistelliges Prädikat, wahr von Objekt zu einer Zeit, wenn es ein Dodo ist - auch hier wir die Implikation vergangener Existenz von der Bedeutung von "Dodo" getragen.
II 259
Problem: zukünftige Existenz nicht ausdrückbar, wenn "F" das einzige Prädikat ist - Vergangenheit und Zukunft ununterscheidbar - Lösung: beide Ansätze verbinden:
a) Indexikalische Satzoperatoren.
b) Zeit in Prädikate einführen: sodass man sagen kann, dass es jetzt wahr ist, dass etwas in der Zukunft F ist, und daß es wahr sein wird, dass etwas dann F ist.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

WoodsM II
Michael Woods
"Existence and Tense"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

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