Philosophie Lexikon der Argumente

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I 10
Foucault These: Wie, wenn die Geschichte des nichtformalen Wissens selbst ein System hätte?
Aufgabe: ein positives Unbewusstes des Wissens zu enthüllen.
I 269ff
Geschichte/19. Jahrh./Foucault: Doppeldeutigkeit: unvorhersehbares Schicksal, - anderseits empirische Wissenschaft. 19. Jahrh.: Distanz der Geschichte zur Geschichte, der Ereignisse zum Ursprung, des Vergessens zur Wiederkehr.
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II 9
Geschichte/Foucault: Historiker: richten ihre Aufmerksamkeit vorzugsweise auf die langen Perioden.
Geschichte/Geschichtsschreibung/Foucault: neu: an die Stelle der linearen Abfolge ist ein Spiel von in die Tiefe gehenden Loshakungen getreten. Hinter der erschütternden Geschichte der Regierungen, Kriege und Hungersnöte, zeichnen sich fast unbewegliche Geschichten ab: Geschichten mit leichtem Gefälle: Geschichte der Seewege, das Getreides, der Goldminen, der Dürre und der Bewässerung, des von der Menschheit erreichten Gleichgewichts zwischen Hunger und Vermehrung.
Alte Sicht: welche Verbindung zwischen unterschiedlichen Ereignissen? Welche Kontinuität durchdringt sie? Kann man eine Totalität definieren? (Also Betonung des Gemeinsamen, der großen Einheiten).
Neu: welche Schichten muss man voneinander isolieren? Welche Serientypen einführen? Welche Serien von Serien kann man feststellen? Welches Beziehungssystem? (Also Betonung des Unterschiedes, der Brüche).
Bachelard/Foucault: beschreibt erkenntnistheoretische Akte und schwellen: Deplazierungen und Transformationen der Begriffe. (Auch Canguilhem).
Rücklaufende Neueinteilungen, mehrere Vergangenheiten. Sie können nicht auf die gleiche Weise auf dem einen wie auf dem anderen Niveau beschrieben werden.
Alte Sicht: kulturelle Traditionen und Kontinuitäten. Einheiten: »Gruppen«, »Schulen«, »Generationen« oder »Bewegungen«.
Neu: interne Konferenzen, Kompatibilitäten. Einheiten: ein Werk, ein Buch, ein Text mit eigener Struktur. Es geht nicht mehr um Traditionen und Spuren, sondern um Ausschnitt und Grenze. Nicht mehr sich fortsetzende Grundlage, sondern Transformation. Dies Kontinuität!
Daraus folgt: was ist eine Wissenschaft? Was ist ein Werk, was ist eine Theorie, was ist ein Begriff?
Neu: interpretiert nicht mehr das Dokument, sondern bearbeitet es von innen, arbeitet es aus. Es ist nicht mehr eine untätige Materie. Das Dokument ist nicht mehr das glückliche Instrument einer Geschichte, nicht mehr ihr Gedächtnis, die Geschichte ist neuerdings eine bestimmte Art für eine Gesellschaft, von der sie sich trennt, Gesetz und Ausarbeitung zugeben!. Dokumente werden in Monumente transformiert. Immanente Beschreibung des Monuments.
Konsequenz:
1.Konstituierung von Serien, Grenzen, Gesetzen, die formuliert werden.
2. Diskontinuität wird wichtiger.
a) überlegte Operation des Historikers,
b) Ergebnis seiner Beschreibung,
c) Begriff.
3. Möglichkeit einer globalen Geschichte beginnt zu verwischen.
4. gewissen methodologische Probleme existieren vor der Geschichte.

Diskontinuität: paradoxer Begriff: zugleich Instrument und Gegenstand der Untersuchung. Übergang vom Hindernis zur Vertrautheit.
Alte Sicht: Netz der Kausalität. Stadien und Fasern, die in sich selbst ihr Kohäsionsprinzip enthalten.
Neu: es wird nicht nach einer Pluralität von unabhängigen Geschichten gesucht.
Def Tableau: Serie von Serien. Kein festes Bild.

Fouc I
M. Foucault
The Order of Things: An Archaeology of Human Sciences 1994

Fouc II
Michel Foucault
Archäologie des Wissens Frankfurt/M. 1981

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 26.05.2017