Philosophie Lexikon der Argumente

Screenshot Tabelle Begriffe

 
Kommunikations-Theorie: (auch Kommunikationsmodell) untersucht verschiedene Ansätze zur Erklärung des Ablaufs und der Bedingungen von Kommunikation. Einige Ansätze konzentrieren sich auf den Austausch von Information, andere z.B. auf soziale Teilhabe. Siehe auch Kommunikation, Information, Verhalten, Handlungen, Sprache, Verstehen.

_____________
Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
Bücher bei Amazon
Bubner I 196
Habermas/Kommunikationstheorie/Bubner: These: das Funktionieren des politischen Systems nach dem Vorbild des Dialogs zu denken. Klare Formalbedingungen, die auf das politische System als Ganzes zu übertragen wären.
1. Gleichberechtigung der Partner, kein Verhältnis von Wissenden zu Unwissenden.
2. Diese soll nicht wie bei Hegel durch mühsames Abarbeiten des Verhältnissees von Herr und Knecht geschehen, sondern als a priori gesetzt sein, ohne das gar keine Interaktion stattfindet.
2. Verpflichtung, auf Beeinflussung zu verzichten, Gleicher Spielraum.
3. Authentizitätspostulat: Verpflichtung auf Wahrheit. Da Absichten nicht zu prüfen sind, kann nur der Verlauf des Dialogs selber den Erweis erbringen.
BubnerVsHabermas: da man aber von vornherein auf Wahrhaftigkeit baut, handelt es sich offenbar mehr um eine Definitionsfrage, was man als Dialog überhaupt zulassen will.
I 198
Kommunikationstheorie/BubnerVsHabermas: es wird behauptet, die Einhaltung der Formalbedingungen sei so zum erstenmal in der Geschichte gewährleistet,
1. in Wahrheit soll aber das politische Geschehen strukturell verwandelt werden gemäß dem Paradigma einer philosophischen Idealvorstellung.
Idealisierung, weil die Teilnehmerzahl begrenzt bleiben muss, und das ist weder ein historischer Zufall noch ein Vorurteil undemokratischer Elitegesinnung.
I 199
2. ist der planmäßige Eintritt in den Dialog durch das Zerbrechen vorgängig unbefragter Einmütigkeit gekennzeichnet, trotzdem muss die Kontroverse in der primären Absicht erfolgen, wieder zur Gemeinsamkeit zurückzufinden.
Doch Bemühung um Konsensfindung ist noch nicht Konsens, und erst Konsens stiftet Gemeinsamkeit kollektiver Praxis.
Mit einem Wort: der Dialog ist ein Mittel, aber nicht der letzte Inhalt von Politik.
3. es ist nicht klar, welches eigentlich die Inhalte sind, um die sich die Veranstaltung dreht.
mit der Tendenz, den Fluss der Praxis zum permanenten Dialog umzuformulieren, gehen die Inhalte verloren, die aus dem politischen Alltag stammen. Die Inhalte werden spielerisch, solange sie den praktischen Folgen entzogen sind.

BubnerVsKommunikationstheorie: daran zeigt, sich, dass anstelle eines Rationalisierungsvorschlags für politische Prozesse in Wahrheit eine Neubestimmung des Politischen intendiert ist. Der substantielle Gehalt des Aristotelismus der in der Gemeinsamkeit handlungsorientierender Wertvorstellungen lag, gilt historisch als überholt oder aufgezehrt.
Das Signum der Moderne, die Subjektivität, erlaubt nicht mehr die Ausrichtung auf das gute Leben, denn diese Reflexionsgestalt der Praxisstruktur lässt die Besonderheit des Individuums unberücksichtigt.


_____________
Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Send Link
> Gegenargumente gegen Habermas

Autoren A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   Z  


Begriffe A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   Z  



> Eigenen Beitrag vorschlagen | > Haben Sie einen Fehler entdeckt? | > Export als BibTeX Datei
 
Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 19.10.2017