Philosophie Lexikon der Argumente

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I 323
Def Funktionale Erklärung/Funktion/Bigelow/Pargetter: mit einer fE beschreiben wir schon existierende Muster durch Referenz auf zukünftige Ereignisse oder Zustände. Es kann dabei sein, dass diese niemals eintreten.
Warum: wir erklären, Bsp warum wir Zähne haben, indem wir auf ihre Funktion hinweisen.
Problem: die Funktion von kausal nicht aktiven Mustern oder Elementen zu erklären.
I 324
Problem: weil die Zukünftigen Zustände sich vielleicht gar nicht einstellen, beschreiben wir keine tatsächlichen Eigenschaften.
Eigenschaften/Bigelow/Pargetter: eines Systems rühren aus seiner Kausalgeschichte her, nicht aus seiner Funktion! Daher hängen sie auch nicht von der Funktion des Systems ab!
Rückwärtsverursachung/Bigelow/Pargetter: ist damit einfach ausgeschlossen.
Funktion/Erklärung/Bigelow/Pargetter: daher ist die Funktion eines Systems erklärungsmäßig redundant. Die Funktion kann natürlich erwähnt werden, aber Beschreibung ist mehr als Erwähnung von möglichen Wirkungen.
Funktionale Erklärung/Wissenschaft/Bigelow/Pargetter: es gibt drei Ansätze, die wir im großen und ganzen für richtig halten. Sie alle haben gemeinsam, dass Funktionen keine signifikante Erklärungskraft haben.
I 325
Bsp Evolution/Bigelow/Pargetter: die Theorien der funktionalen Erklärung erlauben es nicht, Evolution zu erklären, indem man sagt, ein Muster habe sich herausgebildet, weil es eine bestimmte Funktion erfüllt.
Funktionale Erklärung/Bigelow/Pargetter: These: unsere Theorie wird eine realistische sein.
I 332
funktionale Erklärung/Funktion/Bigelow/Pargetter: These wir wollen eine Theorie, die vorwärtsgerichtet ist. Funktionen können und sollten erklärt werden durch Referenz auf zukünftige Ereignisse und Zustände.
analog: zur Erklärung von Dispositionen.
Analog:; unsere Erklärung hat ein Analogon: die Erklärung des evolutionstheoretischen Begriff des Überlebens (Fitness). (Lit. Pargetter 1987).
VsDarwinismus/VsDarwin/Bigelow/Pargetter: häufiger Einwand: das „Überleben des Tüchtigen“ sei eine leere Tautologie.
BigelowVsVs: der Einwand geht davon aus, dass Fitness nur retrospektiv festgestellt werden könnte. Außerdem nimmt er an, daß die Tatsache, daß einige Individuen überleben genau das ist, was die Tüchtigkeit konstituiert. (zirkulär).
BigelowVsätiologische Theorie: beruht auf dem gleichen Missverständnis. Sie behauptet dann, daß auch die Eigenschaft , eine Funktion zu haben, eine retrospektive Eigenschaft ist, die durch die Geschichte des Überlebens konstituiert wird. So ist der Begriff der Funktion seines Erklärungspotentials beraubt.
I 333
Zirkularität/Bigelow/Pargetter: dieser Einwand wird oft fälschlich VsDarwinismus erhoben.
Fitneß/Lösung/Bigelow/Pargetter: ist aber nicht retrospektiv definiert, sondern sie ist analog zu einer Disposition.
Subjunktion/subjunktiv/konditional/Fitness/Bigelow/Pargetter: Fitness ist eine subjunktive Eigenschaft: sie bestimmt was passieren würde, wenn die und die Umstände eintreten. Diese subjunktive Eigenschaft superveniert auf dem morphologischen Charakter des Individuums oder der Spezies. Dabei gibt es keine Zirkularität.
biologische Funktion/Bigelow/Pargetter. für sie gilt das gleiche wie für Fitness. Sie sind zwei Seiten einer Medaille.
Fitness/Bigelow/Pargetter: heißt vorwärtsschauen.

Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990

> Gegenargumente gegen Bigelow



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 26.05.2017