Philosophie Lexikon der Argumente

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Modale Eigenschaften: Eigenschaften, die einem Gegenstand nicht aktual, sondern in einer möglichen Welt zugeschrieben werden. Eine modale Eigenschaft ist z.B. die Eigenschaft, unter anderen Umständen glücklicher zu sein. Es ist die Frage, ob ein Gegenstand in der aktualen Welt eine bestimmte Beschaffenheit haben muss, um in einer anderen Welt andere Eigenschaften haben zu können. Siehe auch Modallogik, Modaler Realismus, Mögliche Welten, Zentrierte Welten, Kontingenz, Möglichkeit, Notwendigkeit, Eigenschaften, Extensionalität.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.
 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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I 126
Eigenschaft, modale/Mögliche Welten/Existenz/Bigelow/Pargetter: manchmal wird gesagt, damit ein Objekt eine Eigenschaft haben kann, muss es existieren. Das schließt fiktionale Gegenstände aus.
BigelowVs.
Bigelow/Pargetter: wenn wir das fordern würden, würden wir fordern, dass ein Individuum in der möglichen Welt w auf eine Menge von möglichen Welten abgebildet wird, die alle dieses Individuum enthalten. Dann könnte ein n-stelliges Prädikat auch nicht abgebildet werden, wenn es nicht n Individuen in ein und derselben möglichen Welt gibt. Das lohnt sich zu untersuchen, auch wenn der modale Realismus es ablehnt.
I 203
Instantiation/Existenz/Bigelow/Pargetter: These: auch uninstanziierte Eigenschaften existieren. Sie sind es, die Möwe konstituieren.

Mögliche Welten/Bigelow/Pargetter: sind Universalien. Und zwar komplexe strukturelle Universalien. ((s.o. Kapitel 2 Bsp chemische Moleküle: mehrere Universalien sind dort mit mehreren Instanziierungen vertreten, aber ein Universale kommt nie mehrmals in einer Konstellation vor.

Möglichkeit/Eigenschaft/Bigelow/Pargetter: man könnte einwenden, dass nicht jede uninstanziierte Eigenschaft möglich ist. Es kann nur nichtwidersprüchliche Eigenschaften geben. Also kommen schon wieder modale Begriffe herein.
Lösung/Bigelow/Pargetter: es gibt einfach keine widersprüchlichen Eigenschaften. Daher sparen wir hier die Modalität. Sicher gibt es widersprüchliche Prädikate, aber denen entsprechend eben keine Universalien.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990

> Gegenargumente gegen Bigelow



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 23.06.2017