Philosophie Lexikon der Argumente

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Modaler Realismus/Bigelow/Pargetter. sollte eine Korrespondenztheorie für modale Sprache akzeptieren.
Mögliche Welten/Bigelow/Pargetter: These: mögliche Welten existieren. Wir haben aber noch nichts darüber gesagt, woraus sie bestehen und was sie sind. Verschiedene Arten von Realismen werden verschiedene Arten von Möwe annehmen.
Wahrmacher/Bigelow/Pargetter: wir haben aber noch nichts darüber gesagt, wie modale Sätze wahr gemacht werden.

Realismus/ Mögliche Welten/Bigelow/Pargetter: alle Realismen werden sagen, dass es möglich ist, dass es eine Welt gibt, die die aktuale Welt als in einer bestimmten Weise seiend repräsentiert. ((s) >Stalnaker). Alle bis auf eine repräsentieren sie damit natürlich falsch.
Mögliche Welten/Bigelow/Pargetter: sind danach Repräsentationen der aktualen Welt. „Repräsentation“ ist aber nur technisch gemeint,
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nicht explanatorisch.
Mögliche Welten: repräsentieren dann aber auch nicht nur die aktuale Welt, sondern auch andere mögliche Welten!
modale Realismen/Bigelow/Pargetter: können wir in dieser Redeweise dann danach unterschieden, als was sie mögliche Welten auffassen.

Modaler Realismus/Mögliche Welten /Bigelow/Pargetter: drei Spielarten:
1. Buch-Theorien = maximal konsistente Mengen von Wahrmachern – „Bücher“.
2. Replika-Theorien = These: Welten sind keine Wahrheitsträger sondern Replikas ((s) D.h. Gegenstände).
Vertreter: David Lewis.
3. Eigenschafts-Theorien: = These: Welten können nicht als Bücher aufgefasst werden, sie sind eine Vielzahl von Büchern. D.h. es gibt eine Vielzahl von Mengen von Wahrmachern ((s) innerhalb einer Möwe).
Hier gibt es drei Mengen von Wahrmachern:
a) Mengen von Sätzen
b) Mengen von Propositionen
c) Mengen von Überzeugungen.
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Modaler Realismus/Bigelow/Pargetter: der modale Realismus muss mögliche Welten erklären können, ohne jegliche modale Grundbegriffe zu gebrauchen. Und das ist schwerer als es zunächst aussieht.
Es gibt eine These, dass dies überhaupt nicht ginge: den Modalismus.

Def Modalismus/Bigelow/Pargetter. die These, dass es nicht möglich sei, modale Begriffe nichtmodal zu definieren.
Vertreter: Lycan 1979, Plantinga 1974, 1976, 1987, van Inwagen (1984 : einige Modalitäten müssen nicht in grundlegenderen Begriffen definiert werden.
BigelowVsModalismus.
Modalismus: könnte man nach Humes Kritik des naturalistischen Fehlschlusses (avant la lettre) mit dem Slogan These „Kein Muss aus dem ist“ wiedergeben. D.h. moralisches Sollen kann nicht völlig aus außermoralischen Tatsachen logisch abgeleitet werden.
Bigelow/Pargetter: daraus können wir zwei Haltungen gewinnen:
a) es gibt keine moralischen Wahrheiten, (moralischer Nihilismus) oder
b) einige moralische Wahrheiten müssen wir als undefinierte Grundgegebenheiten nehmen.

Modallogik/Bigelow/Pargetter: Probleme mit dem moralischen „Muss“ spiegeln sich im metaphysischen „Muss“.
Korrespondenztheorie: sie ist es, die die Probleme bringt, denn ohne sie wären modale Grundbegriffe kein Problem. Da wir die Korrespondenztheorie aber behalten wollen, brauchen wir einen besseren Zugang zu möglichen Welten.
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mögliche Lösung: können wir nicht einfach sagen, dass einige Dinge nicht ohne modale Begriffe beschrieben werden können? Analog:
Bsp Name: ein Fantasiename wie „Gough“ könnte auf etwas nichtsprachliches referieren, das kein Wahrheitsträger ist. Auf jeden Fall müssen wir ein Individuum annehmen. Damit nehmen wir auch schon Korrespondenz an. Falls wir stattdessen eine Kennzeichnung versuchten, würde diese wieder einen Namen einführen. Daher müssten wir einige Namen als undefinierte Grundbegriffe annehmen. Aber das wäre noch keine Bedrohung für die Korrespondenztheorie.
(Frage/(s): viele Grundbegriffe würden eine Korrespondenzrelation überflüssig machen, weil etwas undefiniertes, nicht gezeigt werden muss?)
Modaler Grundbegriff/Korrespondenz/Bigelow/Pargetter: analog können wir annehmen, dass modale Grundbegriffe keine Bedrohung der Korrespondenz sind: Bsp
Conchita kann Gitarre spielen
ist wahr kraft einer Korrespondenz zwischen dieser Aussage und Dingen in der Welt. Dabei wird die Eigenschaft, in der Lage zu sein, Gitarre zu spielen angenommen. (Bigelow/Pargetter pro).
modale Begriffe/Bigelow/Pargetter: ihre Bedrohung kommt nicht nur aus der Korrespondenztheorie, sondern aus ihrer Supervenienz auf nichtmodalen Eigenschaften.
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(>Humesche Supervenienz/Lewis).
Supervenienz/Definierbarkeit/Definition/Bigelow/Pargetter: eine Supervenienz würde die Definierbarkeit von modalen Eigenschaften in nichtmodalen Begriffen garantieren!
Problem. dazu müssten wir unendlich viele komplexe Definitionen erlauben. Das würde immerhin eine Charakterisierung von modalen Begriffen ermöglichen.
Mögliche Welten/Bigelow/Pargetter: wir werden im Folgenden also Versuche betrachten, Möwe in nichtmodalen Begriffen zu charakterisieren.
Charakterisierung/Bigelow/Pargetter/(s): weniger als eine Definition, aus vielen Einzelfällen.
;Methode/Bigelow/Pargetter: wann immer eine Theorie zu modalen Grundbegriffen führt, werden wir diese Theorie zur Seite legen. Und zwar, weil sie dann keine erklärende Rolle innerhalb der Humeschen Supervenienz spielen kann. Nicht weil die entsprechenden Möwe nicht existierten.
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Modaler Realismus/Lewis/Bigelow/Pargetter: sein extrem konkreter modaler Realismus hat den Vorteil, dass er viele Dinge erklären würde, wenn er wahr wäre. Und darüber sind sich die meisten auch einig. Warum ist der ungläubige Blick dann nicht verschwunden? Seine Theorie hat auch nichts Irrationales.
VsLewis: um ihn zu widerlegen müsste man eine von zwei Strategien annehmen:
1. die Anfangs- Wahrscheinlichkeit ist 0 (statt etwas darüber)
2. auch wenn die Wahrscheinlichkeit im Verlauf wächst, wäre die Zuname infinitesimal.
Ad 1.: vo n 0 aus kann die Wahrscheinlichkeit eben nicht wachsen. Dennoch bleibt die Frage, ob es je rational ist, eine Wahrscheinlichkeit von 0 zuzuschreiben. Insbesondere nicht Lewis Theorie:
LewisVsVs: das würde zu einem Trilemma führen:
(1) die Gegner könnten erkennen, dass eine größere Intelligenz als sie länger darüber nachgedacht hat und daher die Wahrscheinlichkeit > 0 ist und dass er meint was er sagt
(2) sie könnte annehmen, dass er nicht meint was er sagt
(3) sie könnten sagen, dass es manchmal rational ist,
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etwas eine Wahrscheinlichkeit von 0 zuzuschreiben, was eine ernsthafte und intelligente Instanz gesagt hat.
Rationalität/Bigelow/Pargetter: von Lewis Trilemma bliebe nur (3) und damit die Frage nach der Rationalität. Rationalität sollte uns nicht zur Akzeptanz von (3) führen. Sie bleibt aber auch, wenn man Lewis’ Position nur eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit zuschreibt.
Problem: jemand die Rationalität auf einem Gebiet abzuerkennen, zu dem man prinzipiell keinen besseren epistemischen Zugang hat als der Kritisierte.
Ad 2. (die Wahrscheinlichkeit bleibt infinitesimal): d.h. es ist egal, wieviel Belege wir beibringen.
BayesVs: das könnte nach dem Bayes-Theorem nur geschehen,
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wenn die verlangte Wahrscheinlichkeit für jeden zukünftigen Beleg praktisch 1 sein müsste. Und das ist inakzeptabel.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 19.10.2017