Philosophie Lexikon der Argumente

Screenshot Tabelle Begriffe

 
Intentionalität: Die Fähigkeit von Menschen und höheren Tieren, sich auf Gegebenheiten wie Dinge und Zustände zu beziehen und darauf zu reagieren. Begriffe, Wörter und Sätze beziehen sich auch auf etwas, haben aber keine Intentionalität. Dieses sprachliche Sichbeziehen nennt man stattdessen Referenz.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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I 4
Def Semantische Intentionalität/Boer: schwächer: kann man durch Erfüllungsbedingungen mit quasi-semantischen Merkmalen definieren.
Erfüllungsbedingungen/EB: werden von Gedankeninhalten (GI) asymmetrisch bestimmt.
Pointe: daher sind alle kognitiven intentionalen Zustände semantisch intentional, aber nicht umgekehrt. Bsp einen GI zu haben heißt, bestimmte Begriffe zu haben, aber nicht umgekehrt.
I 4
Tier/Denken/Begriffe/Boer/(s): These: wir könnten Tieren gewisse Begriffe zubilligen, aber nicht den vollen Umgang mit ihnen. Und zwar eher in zugeschriebenen ganzen Sätzen, nicht allein stehend.
I 4
Wahrnehmung/Semantik/Kognition/Peacocke/Boer: These: einige Wahrnehmungszustände sind semantisch aber nicht kognitiv intentional.
Boer: das ist umstritten. ((s) Ob Wahrnehmung auch nicht-begrifflich sein kann).

I 6
Def Schwache metaphysische Intentionalität/Boer: die Tatsache, dass eine Relation partizipations-unabhängig ist, oder ein Zustand, der so ist, dass sein Bestehen eine partizipations-unabhängige Relation zu etwas beinhaltet (entails).
Intentionalität/Boer: einige Autoren haben aber etwas Stärkeres im Sinn:
I 7
Existenz-Unabhängigkeit/Begriffs-Abhängigkeit/Intentionalität /Smith/McIntyre/Boer: (Smith, McIntyre, 1982):
BoerVs: Problem: das entfernt sich viel stärker vom Aktualismus.
>Abhängigkeit

I 10
Def metaphysisch stark intentional/Boer: ist eine Relation R gdw. Sie sowohl existenz-unabhängig im Sinn von (D3sub) und begriffs-abhängig im Sinn von (D4sub) ist.
Hinreichende Bedingung dafür:

(4) (ER){Dass ein Subjekt a in s ist, beinhaltet (entails) [(∑w)aRw & M[∑x)(∑y)x existiert und xRy aber y existiert nicht und M(∑x)(∑y)(∑z)(y = z & xRy & ~xRz)]}.

(D4sub) R ist eine begriffs-abhängige Relation = es ist möglich, dass (∑x)(∑y (∑z)(y = z & x hat R zu y & ~(x hat R zu z)).

Bsp Ödipus will Iokaste heiraten, aber nicht seine Mutter.

Bsp glauben, dass … existiert. (Aber … existiert nicht)
I 11
Boer: These: das kann eine echte Relation sein. (In substitutionaler Quantifikation/sQ).
I 20
Def starke metaphysische Intentionalität/Boer: ist eine Relation zwischen Termen kraft ihrer gleichzeitigen Existenz-Unabhängigkeit imn Sinn von (D3NA) und Begriffs-Abhängigkeit. Im Sinn von (D5).
Def stark metaphysisch intentionaler Zustand/Boer: liegt vor, wenn in diesem Zustand zu sein beinhaltet, da man in wenigstens einer stark metaphysisch intentionalen Relation zu einem Seienden steht.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Boer I
Steven E. Boer
Thought-Contents: On the Ontology of Belief and the Semantics of Belief Attribution (Philosophical Studies Series) New York 2010

Boer II
Steven E. Boer
Knowing Who Cambridge 1986

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> Gegenargumente gegen Boer
> Gegenargumente zu Intentionalität

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 22.11.2017