Philosophie Lexikon der Argumente

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Nichtexistenz, Philosophie: Für die klassische Prädikatenlogik, die Eigenschaften durch Quantifikation zuschreibt in der Form (Ex)(Fx) „Es gibt mindestens ein x, mit der Eigenschaft F“ (kurz „Es gibt mindestens ein F“), ist Nichtexistenz nicht einfach ausdrückbar, da Existenz keine Eigenschaft ist. Die Form „Es gibt mindestens ein x das nicht existiert“ ist widersprüchlich. Siehe auch Existenzprädikat, „Es gibt“, Existenz, Einhorn-Beispiel, Pegasus-Beispiel, Rundes Quadrat, Gottesbeweise.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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I 7
Nichtexistenz/Suchen/propositionale Einstellungen/Boer: Bsp jemand, der einen Jungbrunnen sucht oder Bsp der Zeus verehrt, sucht und verehrt sicher etwas. Man kann nicht sagen, dass er nichts sucht!
Das führt zu (D3):

(D3) R ist eine Existenz-unabhängige Relation = Es ist möglich für ein existierendes Ding, die ^Relation R zu etwas zu haben, das kein existierendes Ding ist.

Boer: die Anwendung von (D3) hängt aber nun davon ab, wie wir „einige“ und „existierend“ interpretieren.
Existenz/Klassische Logik: Wert einer gebunden Variablen zu sein. Problem: dann kann man keine Relation zu einem existierenden Ding haben, das kein existierendes Ding ist! ((s) D.h. die klassische Logik führt zu einem Widerspruch auf einer elementareren Ebene).
Relation/klassische Logik: muss leugnen, dass es solche Relationen überhaupt gibt.
Lösung: dann muss man Bsp „sucht den Jungbrunnen“ als einfache Form ohne Komplexität betrachten, d.h. kein relationales Verb mit einem singulären Term.
I 12
Existenzunabhängigkeit/Begriffsabhängigkeit/Nicht-Aktualismus/“es gibt"/“existiert“/Boer: Unterscheidung von "existiert" und "es gibt":
VsNIcht-Aktualismus/Boer: dieser sei auf zwielichtige Entitäten wie mögliche dicke Männer festgelegt. (Unverwirklichte Möglichkeiten).
BoerVsVs: das sind Überreaktionen.
Lösung/Boer: eine metaphysische Basis für die Unterscheidung existieren/sein ohne ontologische Überbevölkerung.
I 13
nichtaktual/nicht-existierend: hier gäbe es dann zwei Möglichkeiten
a) eine wesentliche Eigenschaft von N ist nicht exemplifiziert (Bsp Fiktionale Figuren, "bloß mögliche Individuen" Bsp Superman) > Possibilismus, auch Plantinga als Aktualist pro)
b) N hat gar keine wesentlichen Eigenschaften. Bsp man nimmt an, dass fiktionale Figuren wesentlich fiktional sind, d.h. sie könnten nicht real sein. Dann könnte es bestenfalls eine Imitation von Superman geben. Der fiktive Superman ist dann ein Ding ohne individuelle Essenz.
Wenn man das annimmt kann man dennoch die These aufrechterhalten, dass alle Dinge notwendig selbstidentisch sind.
I 16
Existenz-Unabhängigkeit/refQ/Nicht-Aktualismus: Kausalrelationen können nicht existenz-unabhängig sein, Dagegen müssen Relation zu nichtexistenten Objekten existenz-unabhängig sein Bsp Suchen, verehren, usw. können Relationen zu nichtexistierenden Gegenständen sein.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Boer I
Steven E. Boer
Thought-Contents: On the Ontology of Belief and the Semantics of Belief Attribution (Philosophical Studies Series) New York 2010

Boer II
Steven E. Boer
Knowing Who Cambridge 1986

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 16.12.2017