Philosophie Lexikon der Argumente

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Referentielle Quantifikation: Ausdruck für die normalerweise in der Prädikatenlogik verwendete Form der Quantifikation („Es gibt mindestens einen Gegenstand x mit der Eigenschaft …“ oder „Für alle Gegenstände x gilt…“). Hier wird also über Gegenstände etwas ausgesagt, wobei ihre Existenz vorausgesetzt wird. Im Gegensatz dazu geht es bei der substitutionalen Quantifikation um sprachliche Ausdrücke („Es gibt einen wahren Satz, der…“). Der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Arten der Quantifikation ist nun der, dass bei der möglichen Ersetzung eines sprachlichen Ausdrucks durch einen anderen Ausdruck eine sogenannte Substitutionsklasse angenommen werden muss, die es im Fall von Gegenständen nicht geben kann, da der alltägliche Gegenstandsbereich nicht in Klassen eingeteilt ist. Bsp Man kann einen Tisch durch irgendeine Kiste ersetzen, nicht jedoch das Wort Tisch durch ein gerade verfügbares Wort. Siehe auch substitutionale Quantifikation, Quantifikation, Substitution, Inferenzen, Implikation, stärker/schwächer.
 
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I 11
Referentielle Quantifikation/refQ/Substitutionale Quantifikation/sQ/nichtexistierend/Nichtexistenz//Boer: für alle jene die glauben, dass es nicht-existierende
Dinge gibt, ist es möglich (8) zu akzeptieren:

(8) (refQ) Es ist möglich, dass einige Dinge, die nicht existieren, namenlos sind.

Pointe: mit sQ würde (8) zu (9) umformuliert:

(9) (sQ) Es ist möglich, dass (∑y)(y existiert nicht & y ist namenlos).

Problem: (9) kann nicht wahr sein, weil für jeden Namen a, die Behauptung [a ist namenlos]
selbstwiderlegend wäre.

Boer I
Steven E. Boer
Thought-Contents: On the Ontology of Belief and the Semantics of Belief Attribution (Philosophical Studies Series) New York 2010

Boer II
Steven E. Boer
Knowing Who Cambridge 1986

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 28.05.2017