Philosophie Lexikon der Argumente

 
Zuschreibung: Aussagen, die einen Gegenstand mit Eigenschaften versehen sind Zuschreibungen. Siehe auch Attribution, Selbstzuschreibung, Fremdzuschreibung, Prädikation, Zuweisung.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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I XVI
Glaubenszuschreibung/Boer: bekanntes Problem: dass die logische Äquivalenz hier fehlschlägt.
Problem: wenn die Wörter in P durch andere ersetzt werden.
Schreibweise/Terminologie/Boer: "≡" ist das wahrheitsfunktionale Analogon von "genau dann, wenn" (gdw.).
"Bel(A,p)": "A glaubt, dass p".
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I 21
Glaubenszuschreibung/Intentionalität/Boer: Frage:
a) ist Glauben intentional?
b) ist Glaubenszuschreibung intentional?
Quine/Boer: sein semantischer Aufstieg hat bewirkt, dass die zweite Frage die erste verdeckt.

Def Intensionalität/(sic, mit s)/Boer: wird heutzutage negativ, als Nichtextensionalität definiert.
Wir brauchen also eine Definition von "extensionaler Satz".

Denotation/denotierend/Boer: Angenommen, denotierende Termini sind: Namen, Indizes, Demonstrativa und Massentermini.

Def Englisch+/Boer: sei eine Erweiterung von Englisch durch Null oder mehr denotierende Ausdrücke und Prädikate.

I 22
Def extensionale Lesart/Boer: (vorläufig): Bsp "Ein Ding x ist derart, dass …x…" sei eindeutig, dann ist es eine extensionale Lesart S gdw. sie die folgenden Extensionalitätsprinzipien erfüllt:

Def starkes Prinzip der existentiellen Generalisierung/Extensionalität/Boer: für einen denotierenden Term D und Variable v, die nicht zu S gehört, wenn S die Form […D…] hat, dann kann man aus S gültig schließen, [ein existierendes Ding v ist so, dass…v…].

Def Ersetzungsprinzip für koextensive Prädikate/Boer: …aus [für Objekte x1,…xn, entweder P(x1,…xn) oder Q(x1,…xn) oder weder P noch Q ] kann man jeden Satz schließen, der sich durch Ersetzen eines oder mehrerer Vorkommnisse von P in S durch Q ergibt.

Def Ersetzungsprinzip für material äquivalente Sätze/Boer: für jeden Satz P und Q in Englisch+, wenn P in S vorkommt, dann kann man aus S und [Entweder P und Q, oder weder P noch Q] jeden Satz schließen, der durch Ersetzung eines oder mehrere Vorkommnisse von P in S durch Q entsteht.

Def Prinzip der Substitutivität der Identität/Boer: für jeden denotierenden Term D und E von Englisch+: wenn S die Form […D…] hat, kann man aus S und einer Gleichung der Form [D = E] (oder [E = D] jeden Satz schließen, der sich durch Ersetzen von einem oder mehrerer Vorkommnisse von D durch E in S ergibt.

I 22
Gültigkeit/Alltagssprache/Boer: kann nur relativ auf eine bestimmte Lesart behauptet werden.

Englisch+/Boer: brauchen wir um auszuschließen, dass die vier Prinzipien nicht trivial dadurch erfüllt werden, dass es keine Gegenbeispiele gegen die fraglichen Inferenzen gibt, einfach weil es nicht genug Namen oder Prädikate gibt, um eins zu formulieren.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Boer I
Steven E. Boer
Thought-Contents: On the Ontology of Belief and the Semantics of Belief Attribution (Philosophical Studies Series) New York 2010

Boer II
Steven E. Boer
Knowing Who Cambridge 1986

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 22.09.2017