Philosophie Lexikon der Argumente

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Geist, Philosophie: Unter Geist wird in der philosophischen Tradition die Tätigkeit des Denkens verstanden, bzw. das was das den Menschen zum Denken befähigt. Der Geist wird dem Körper gegenübergestellt. Dieser traditionelle Geistbegriff wird im Englischen meist als spirit übersetzt, Heute wird der Geist mit der Menge der kognitiven Fähigkeiten gleichgesetzt (Englisch mind). Siehe auch Bewusstsein, Leib-Seele-Problem, Geist/Gehirn, Kognition, Computation.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor Begriff Zusammenfassung/Zitate Quellen

Edmund Husserl über Geist – Lexikon der Argumente

Gadamer I 247
Geist/Husserl/Gadamer: [Es wird deutlich] , dass mit dem Thema der Intentionalität eine sich immer stärker radikalisierende Kritik am Objektivismus« der bisherigen Philosophie - auch an Dilthey(1) - einsetzte, die in dem Anspruch gipfeln Philosophie sollte: »dass die intentionale Phänomenologie zum ersten Male den Geist als Geist zum Feld systematischer Erfahrung und Wissenschaft gemacht und
Gadamer I 248
Dadurch die totale Umstellung der Erkenntnisaufgabe erwirkt hat. Die Universalität des absoluten Geistes umspannt alles Seiende in einer absoluten Historizität, welcher sich die Natur als Geistesgebilde einordnet“.(2)
Gadamer: Nicht zufällig wird hier der Geist als das einzige Absolute, d. h. Irrelative der Relativität alles ihm Erscheinenden gegenübergestellt, ja, Husserl erkennt sogar selbst die Kontinuität seiner Phänomenologie mit der transzendentalen Fragestellung Kants und Fichtes an: »Gerechterweise muss aber beigefügt werden, dass der von Kant ausgehende deutsche Idealismus schon leidenschaftlich bemüht war, die schon empfindlich gewordene Naivität (sc. des Objektivismus) zu überwinden.«(3)
HusserlVsBewusstseinsphilosophie/Psychologie/Gadamer: Es handelt sich hier (...) um die Konsequenz seiner eigenen Kritik an der objektivistischen Psychologie und an dem Pseudoplatonismus der Bewusstseins-Philosophie. Das ist nach der Publikation von Ideen II völlig klar(4). >Bewusstsein/Husserl, >Objektivismus/Husserl, >Gegebenheitsweise/Husserl.


1. Husserliana VI, 344.
2. Husserliana VI, 346.
3. Husserliana VI, 339 u. VI, 271.
4. Husserliana Bd. IV, 1952.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
E. Husserl
I Peter Prechtl Husserl zur Einführung, Hamburg 1991 (Junius)
II "Husserl" in: Eva Picardi et al., Interpretationen - Hauptwerke der Philosophie: 20. Jahrhundert, Stuttgart 1992

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977

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