Philosophie Lexikon der Argumente

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Geist, Philosophie: Unter Geist wird in der philosophischen Tradition die Tätigkeit des Denkens verstanden, bzw. das was das den Menschen zum Denken befähigt. Der Geist wird dem Körper gegenübergestellt. Dieser traditionelle Geistbegriff wird im Englischen meist als spirit übersetzt, Heute wird der Geist mit der Menge der kognitiven Fähigkeiten gleichgesetzt (Englisch mind). Siehe auch Bewusstsein, Leib-Seele-Problem, Geist/Gehirn, Kognition, Computation.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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Joelle Proust Das intentionale Tier in D. Perler/M. Wild (Hg) Der Geist der Tiere Frankfurt/M. 2005

Perler I 239
Tier/Geist/Bewusstsein/Proust: wie verhält es sich nun mit der Fähigkeit von Tieren, Hypothesen zu bilden, die auf eine "Theorie des Geistes" hinweisen könnte? Das gilt überhaupt nur für Primaten und große Meeressäuger, nicht für Hunde und Katzen, die ihr relativ umfassendes Kommunikationsrepertoire nur durch Domestizierung und Interaktion mit uns erworben haben.
Bsp geteilte Aufmerksamkeit: impliziert scheinbar eine Erkenntnis der Tatsache, dass ein andere mit seiner Wahrnehmung einen interessanten Gegenstand entdeckt hat.
Daraus zieht das Tier aber nicht die Vorstellung, dass sein Artgenosse oder der andere einen Gegenstand gesehen hat oder einen Sachverhalt kennt!
I 240
Primaten führen keine spontanen Zeigegesten aus! Sie können ihnen bloß beigebracht werden, wenn man ihnen dafür Nahrung verspricht.
Kultur/Tier/Proust: Bsp Waschen von Kartoffeln: hier deutet nichts auf ein pädagogisches Anliegen hin. Die Langsamkeit der Aneignung deutet wohl darauf hin, dass die Innovation weder durch gezieltes Unterricht noch durch Nachahmung erworben wird, es geht um "Reizintensivierung": die einfache räumliche Nähe eines Gruppenmitglieds zum Zielobjekt erweckt das Interesse der Artgenossen für diese Art von Objekt und führt zum Ausprobieren verschiedener Gebrauchsmöglichkeiten.
Gruppenverhalten: auch Beschwichtigen usw. kann durch einfache soziale Kooperation ohne geistige Repräsentationen erklärt werden. Die Tiere müssen nicht wissen, warum sie die Gesten ausführen.
Taktische Täuschungsmanöver gibt es bei Primaten oft.
I 242
Statt annehmen zu müssen, dass Tiere "lügen", räumt man heute ein, dass diese Verhaltensweise durch das Erlernen wirkungsvoller Handlungsweisen in einer bestimmten Situation erklärt werden können.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Tie I
D. Perler/M. Wild (Hg)
Der Geist der Tiere Frankfurt 2005

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 22.11.2017