Philosophie Lexikon der Argumente

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Spieltheoretische Semantik: Die Spieltheoretische Semantik führt Wahrheit oder Falschheit von Sätzen nicht auf Bedeutungen allein zurück, sondern auf Strategien der Verifikation, die als Gewinnstrategien aufgefasst werden. Siehe auch Situationssemantik, Semantik möglicher Welten, Kripke-Semantik, Montague-Semantik. Dialogische Logik.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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I 25
Def Spieltheoretische Semantik/Game-theoretical semantics/GTS/Schreibweise/Hintikka: hier wird die Wahrheit eines Satzes S in einem Modell M erklärt als die Existenz einer Gewinnstrategie in einem Spiel der Verifikation (semantischen Spiel G(S)) .
Ich: bin der Verifizierer
Natur/Opponent: der Falsifizierer.
I 26
Regeln:
(G.E) wenn das Spiel des Satz (Ex)S[x] erreicht hat und M, wähle ich ein Individuum, z.B. b aus dem Bereich do/(M) von W. Dann wird das Spiel fortgesetzt im Hinblick auf S 8b] und M.
(G.U.) genauso, außer dass hier die Natur das Individuum b auswählt.
(G.v) G(S1 v S2) (gespielt in M) beginnt mit meiner Wahl vo Si(i = 1 oder 2) Der Rest des Spiels ist G(Si)( gespielt im selben Modell M)
G.&) Genauso, außer dass die Natur Si auswählt.
(G.~) G(~S) ist wie G(S) außer dass die Regeln der zwei Spieler (Ich und Natur) ausgetauscht wurden.
(G.K.) Wenn das Spiel den Satz {b}KS und das Modell (Mögliche Welt) M0 erreicht hat, wählt die Natur eine epistemische b-Alternative M1 zu M0. Das Spiel wird fortgesetzt im Hinblick auf S und M1.
Spieltheoretische Semantik/GTS/Hintikka: mit ihr kann die Semantik für verzweigte Formeln wie (4.6.) explizit ausgeführt werden. Sie zeigen die informationale Unabhängigkeit auf.
In (4.6) sind die Schritte, die mit „(Ex) und ([b] K“ verknüpft sind, ohne das Wissen des anderen Schrittes gemacht worden.
Allgemein: jeder Schritt ist mit einer Informationsmenge verknüpft, die jene anderen Schritte enthält, die der Spieler kennt, wenn er den Schritt macht.
Ordnung: daher muss die Struktur der Operatoren eines Satzes nicht immer überhaupt teilweise geordnet sein. ((s) D.h. die Reihenfolge von (Ex) und „weiß“ kann beliebig sein.
I 27
Spieltheoretische Semantik/informationale Unabhängigkeit/Hintikka: GTS zeigt, wie auch andere Grundbegriffe einer Sprache unabhängig von epistemischen Operatoren sein können.
Bsp ein atomares Prädikat A(x) oder ein Name kann in M unabhängig von einem epistemischen Operators, z.B. „weiß“ bewertet werden. ((s) „b weiß, dass x rennt“ (aber nicht, dass es Paul ist, obwohl x = Paul)).
Lösung/Hintikka: da in der Gewinnstrategie die aktualen Referenten zugeschrieben werden müssen, greifen Ausdrücke wie
A(x) / {b} K) und
A / {b} K
tatsächlich die aktualen Referenten in M0 heraus.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Hin I
Jaakko and Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989

W I
J. Hintikka/M. B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

> Gegenargumente gegen Hintikka
> Gegenargumente zu Spieltheoretische Semantik



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 17.08.2017