Philosophie Lexikon der Argumente

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Wahrheit, Philosophie: Verschiedenste Ansätze nehmen für sich in Anspruch, Wahrheit entweder zu definieren, zu erklären oder ihre prinzipielle Undefinierbarkeit zu behaupten. A. Sprachlich orientierte Theorien setzen entweder eine Übereinstimmung von Aussagen mit Ausschnitten der Welt oder eine Stimmigkeit mit anderen Aussagen voraus. Siehe auch Wahrheitstheorie, Wahrheitsdefinition, Bedeutungstheorie, Korrespondenztheorie, Kohärenztheorie, Tatsachen, Sachverhalte, Paradoxien, Semantik, Deflationismus, Disquotationalismus, Kriterien, Beweise. B. Handlungsorientierte Wahrheitstheorien nehmen eine zukünftige Verwirklichung von Zuständen zum Maßstab, die mit einem angestrebten Ideal in Einklang gebracht werden sollen. Siehe auch Wirklichkeit, Richtigkeit, Pragmatismus, Idealisierung, Ideen. C. Wahrheitsorientierte Theorien der Kunst sprechen Kunstwerken unter Umständen Qualitäten zu, die die zukünftige Verwirklichung von als ideal angenommenen gesellschaftlichen Zuständen zum Vorschein bringen. Siehe auch emphatische Wahrheit, Fiktionen, Kunst, Kunstwerke.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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P. Lorenzen Ein dialogisches Konstruktivitätskriterium (1959) in Karel Berka/L. Kreiser Logik Texte Berlin, 1983

Berka I 270
Wahrheit/Dialogische Logik/Lorenzen: mit den unendlichen induktiven Definitionen kann man z.B. den semantischen Wahrheitsbegriff zu einem dialogisch definiten Begriff machen.
Dort handelt es sich um zwei Mengen, die
Menge T der wahren Formeln und die
Menge F der falschen Formeln.
I 271
Sind die Formeln mit den logischen Partikeln aus entscheidungsdefiniten Primformeln aufgebaut, so werden T (wahr) und F (falsch) wie folgt unendlich induktiv definiert:

A e T u B e T > A u B e T

A e F > A u B e F

B e F > A u B e F

(entsprechend für v)

A e F > i A e T

A e T > i A e F

(n)A(n) e T > (x)A(x) e T

A(n) e F > (x)A(x) e F

(entsprechend für (Ex)).
Fundierung/Lorenzen: für diese Definition braucht man keine Ordinalzahlen als Schrittzahlen, denn das Definitionsschema ist "fundiert". D.h. man ist nach endlich vielen Schritten bei einer Primformel.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Lorn I
P. Lorenzen
Constructive Philosophy Cambridge 1987

Brk I
K. Berka/L. Kreiser
Logik Texte Berlin 1983

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 22.10.2017