Philosophie Lexikon der Argumente

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Macht: Macht ist die Fähigkeit einer Gruppe, eines Staates oder eines Individuums, Handlungen, Verhalten und Entscheidungen anderer Staaten, Gruppen oder Individuen zu beeinflussen. Mittel der Beeinflussung sind die Aussicht auf Belohnungen und Strafen oder ein Wissen, das nur einer Seite zur Verfügung steht. Siehe auch Recht, Geschichte, Gesellschaft.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Ries II 65
Wille zur Macht/Nietzsche: bezeichnet die Art, in der alles Wirkliche »ist«, als dynamisch geeinte Vielheit. Allerdings:
NietzscheVsSchopenhauer: damit wird kein identischer Urgrund ontologisch hypostasiert.
Wille zur Macht/Selbstüberwindung/Nietzsche: aus dem »ich will« des »Löwen« zum »heiligen Ja-Sagen« des »ich bin« des »Kindes«.
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Pfotenhauer IV 9
Macht/Nietzsche: der Will zur Macht besiege den Willen zur Erhaltung.
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Danto III 258
Macht/Wille zur Macht/Nietzsche/Danto: der Ausdruck ‚Wille zur Macht‘ erscheint in Nietzsches Werk unvermittelt, ohne dass groß erklärt würde, was er damit meint oder welche Wichtigkeit diesem Ausdruck für sein Denken zukommt.
Zusammen mit der Lehre von der ewigen Wiederkunft,
Danto III 259
vom Übermenschen und Amor fati sollte der Wille zur Macht eine Bejahung darstellen. Er ist nicht etwa eine Eigenschaft der Starken, sondern eignet allen Menschen, Starken und Schwachen. Er ist ein Gattungsmerkmal aller Lebewesen und kein Trieb neben anderen, Die Triebe ihrerseits sind nur Modi des Willens zur Macht.
Liebe/Nietzsche/Danto: eine von Nietzsches einzigartigen Einsichten lautet, dass der Sex nicht in erster Linie um des Vergnügens oder der Fortpflanzung, sondern um der Macht willen praktiziert wird: zu lieben heißt sich in einen Machtkampf zu verstricken; der Sex ist ein Mittel zur Beherrschung und Unterjochung. Der Wille zur Macht scheint sich als Fundamentaltrieb zu den einzelnen Trieben wie die Substanz zum Akzidens zu verhalten.
Substanz/Wille zur Macht/Nietzsche/Danto: Die ganze Welt ist Wille zur Macht; es gibt nichts Grundlegenderes, weil es nichts anderes als ihn und seine Abwandlungen gibt. Dann ist der Wille ein metaphysischer, oder besser: ein ontologischer Begriff, denn ‚Wille zur Macht‘ ist Nietzsches Antwort auf die Frage: ‚Was gibt es?‘.
Danto III 269
Überleben/Nietzsche: Ob man sich selbst erhält oder nicht, hat nach Nietzsche nichts mit der blinden Ausübung des Willens zur Macht zu tun, der ja jedes Ding in jedem Augenblick kennzeichnet. Etwas überlebt, insofern es siegreich aus dem Kampf der Willen hervorgeht; es kämpft jedoch nicht, um zu überleben – wenn schon, wäre es genau umgekehrt: „Vor allem will etwas Lebendiges seine Kraft auslassen – Leben selbst ist Wille zur Macht - : die Selbsterhaltung ist nur eine der indirekten und häufigsten Folgen davon. (F. Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse, KGW VI. 2, S. 21).


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Nie I
Friedrich Nietzsche
Sämtliche Werke: Kritische Studienausgabe Berlin 2009

Nie V
F. Nietzsche
Beyond Good and Evil 2014

Ries II
Wiebrecht Ries
Nietzsche zur Einführung Hamburg 1990

Pfot I
Helmut Pfotenhauer
Die Kunst als Physiologie. Nietzsches ästhetische Theorie und literarische Produktion. Stuttgart 1985

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005

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