Philosophie Lexikon der Argumente

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Raum, Philosophie: Verschiedene Diskussionen drehen sich u.a. darum, ob der Raum absolut ist oder ob leerer Raum möglich sei. In verschiedenen Wissenschaften werden mehrdimensionale Räume mit bestimmten Eigenschaften angewendet, um besser rechnen zu können, wie Hilberträume in der Relativitätstheorie oder mehrdimensionale Räume in der mathematischen Knotentheorie. Dabei werden keine ontologischen Annahmen gemacht. Siehe auch Substantivalismus, Relationismus, Bewegung, Absolutheit, Kompaktheit, Conceptual Space, Dimensionen, Logischer Raum, Vierdimensionalismus.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

Vil��m Flusser über Raum – Lexikon der Argumente

I 121
Raum/Bild/Flusser:
Verhältnisse im Bild: Verhältnisse vom Typ "oben"/"unten" sind absolute Verhältnisse, sie bedeuten auch "erhaben" und "richtig".
Wenn man sie relativiert und "über" und "rechts von" sagt, geht die im Bild enthaltene Information verloren.
Die Sonne in Abb. I 114 steht nicht über dem Hund, sondern oben im Bild! Und da sie dort steht, ist sie "höher", "erhabener", "herrlicher" usw. als der Hund. Sonne und Hund stehen in einem absoluten, vom Bild vorgeformten Verhältnis, sie stehen jeder an seiner "richtigen " Stelle.
Die kreisende Zeit ordnet die Elemente im Bild "gerecht" "richtig" , d.h. in erhabene und infame, richtige und linkische herrschende und unterworfene Stellen des Bildes. Im Bild H O H nimmt das O eine zentrale, herrschende Stellung ein. Davon ist in der Gleichung 2H+O=H2O nichts mehr zu spüren.
I 217
Raum/Flusser: Raumerlebnis: Das Bild des Zeiterlebnisses muss räumlich sein. Für die Technoimagination ist es unmöglich, sie Zeit ohne Raum und umgekehrt vorzustellen.
I 218
Ein Gegenstand ist desto näher, je mehr er mich angeht. Dieser Maßstab muss nicht ungenauer sein als der herkömmliche lineare.
I 219
Es muss aber neue Messweisen geben, die sich schon andeuten. z.B. die sogenannte "Proxemik": da alle Skalen von mir aus gehen, können sie nicht unendlich sein, sie müssen alle "Kerben" von "hier" ab in Richtung "Zukunft" eintragen.
I 220
Da alle Maßstäbe nur für mein "Interesse an der Welt " gelten, können sie Raum und Zeit nicht mehr trennen. Sie können nicht "vierdimensional" sein, weil das eine begriffliche Abstraktion von Bildern ist.
Ich kann die Begrenztheit der Welt in Bezug auf "hier jetzt" überschreiten, indem ich andere Menschen einbeziehe.
Nicht Raumfahrt und Kernforschung erweitern die technoimaginär vorgestellte Welt, sondern Engagement für andere und Erweiterung der Interessen! >Bilder/Flusser.
I 221
Wenn der Raum durch Interesse Messbar wird, wird der wieder, wie in der magischen Bewusstseinsebene "ethisch". Die Nähe wird "erhaben", die Fliege in meiner Nähe belästigender als chinesisch russische Grenzstreitigkeiten.
Aber: die Bewusstwerdung des TI.Weltbildes (Technoimagination) ist das Ende des Humanismus und entsetzlich: Der Satz "Liebe deinen Nächsten" meint in einem solchen Kontext nämlich die Nähe und nicht den Menschen.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Fl I
V. Flusser
Kommunikologie Mannheim 1996

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> Gegenargumente gegen Flusser

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