Philosophie Lexikon der Argumente

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Gabriele Röttger-Denker Barthes zur Einführung Hamburg 1997
I 25
Fotografie/Barthes: durch ihre absolut analogische Natur und das Paradox einer »Nachricht ohne Code« verstärkt die Fotografie den utopischen Charakter der Denotation. Entpolitisierung und »Entnennung«.
I 106
Fotografie/Barthes: eidolon: das, was fotografiert wird, also der Referent, die Zielscheibe der Photographie.
I 112
Fotografie/Sartre: in Zeitschriften nichtssagend, da die Personen zwar erfasst würden, aber ohne existenzielle Schöpfung seien. Sartre: »Wir haben Bewusstsein, in irgendeiner Weise das Foto zu beleben, ihm sein Leben zu verleihen, um ein Bild daraus zu machen«.
I 113
Barthes: diese Frage des »Pathetischen« im Foto vertiefte er nicht. Stattdessen: ich sehe, also betrachte, also beobachte, also denke ich.
I 113
Fotografie/Barthes: Abenteuer des Bildes: gute Fotografie ist wie eine klassische Sonate: zwei Themen: studium und punctum. Studium: »To like, not to love« (halbherziges Begehren). »Punctum«: geht aus der Szene, nicht aus den Betrachter hervor. Eine Wunde wird mir zugefügt. Bsp auf dem Foto »Portrait de la famille« wird eine Erschütterung durch die Schnallenschuhe der Frau ausgelöst. Paradox: selbst nur ein Detail, erfüllt die ganze Fotografie.
I 114
»Dritter Sinn« (troisieme sens): Signifikant ohne Signifikat. (Die Filme Eisensteins).
Fotografie/Barthes: trotz der chemischen Entwicklung: das nicht Entwickelbbare, auch die Notenschrift eines Haiku ist nicht weiter zu entwickeln, zu vertiefen. Alles ist schon gegeben.
I 119
Fotografie/Barthes: »Das, was ich sehe, ist keine Erinnerung, keine Imagination, kein Teil der Maja, wie die Kunst sie hervorzaubert, es ist das Wirkliche im vergangenen Zustand. In einem das Vergangene und das Wirkliche. Darin bringt mich das Foto zum Staunen: wie kommt es das ich hier und jetzt lebe?
I 120
Fotografie/Barthes: im Gegensatz zur Fiktionalität der Sprache erfindet sie nichts.
I 123
Fotografie/Barthes: aufgrund der Kraft der Evidenz ist das Foto nicht zu vertiefen, nicht zu durchbohren. Der Blick darauf ist sicher - im Gegensatz zum Text.
I 127
Fotografie/Barthes: Nicht Kunst, sondern Magie, Emanation des vergangenen. Die Kraft der Fotografie bezieht sich nicht auf das Objekt, sondern auf die Zeit. Pathos und Melancholie der Fotografie liegen darin, ohne Zukunft zu sein. Die Zeit stockt. die Zeit des Bildes, des Objekts und des Betrachters werden gebündelt. Die Gleichzeitigkeit verhindert ein Abschweifen der Gedanken, ein Träumen.

Barth I
R. Barthes
Mythologies: The Complete Edition, in a New Translation New York 2013



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 27.05.2017