Philosophie Lexikon der Argumente

 
Kunst: Nach der traditionellen Auffassung ein gesellschaftlicher Bereich, der nicht direkt auf die Aufrechterhaltung von Lebensfunktionen gerichtet ist und daher eine gewisse Freiheit und Möglichkeit der Erkenntnis eröffnet. In der Moderne wurde der Gedanke des Sichentziehens der Kunst angesichts einer sich ausbreitenden Durchorganisierung von immer mehr Lebensbereichen weiter entwickelt. Diese Entwicklung kann bis zu einer immer stärker verwehrten Verständlichkeit (Hermetik) gehen. Siehe auch Ästhetik, Kunstwerke, Kritik, Gesellschaft, Geschichte, Aufklärung, Erkennen.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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Grenz I 49
Kunst/Adorno: „Kunst ist unendlich diffizil auch darin, dass sie zwar ihren Begriff transzendieren muss […] dass sie jedoch dort, wo sie dabei Realien ähnlich wird, der Verdinglichung sich anpasst, gegen die sie protestiert… (Ästhetische Theorie, p. 159).
Kunst/Sinn/Adorno: Die Absage der Kunst an die Sinnkategorie treibe sie dem Positivismus (noch ein Synonym für verdinglichtes Bewusstsein) in die Arme. (Ästhetische Theorie, p. 231).
Grenz I 104
Kunst/HabermasVsAdorno: Adornos Theorie der Autonomie der Kunst, die dieser in der hermetischen Kunst‘ repräsentiert sehe, sei eine ‚defensive‘ Theorie. (J. Habermas, Bewusstmachende oder rettende Kritik Die Aktualität Walter Benjamins. (1972). In: Jürgen Habermas: Politik, Kunst und Religion. Essays über zeitgenössische Philosophen. Reclam, Stuttgart 1978 (aktuelle Neuauflage 2006) ISBN 3-15-009902-1, S. 48–95)
Grenz I 108
Abstrakt/Kunst/Adorno/Grenz: die Abstraktheit des Bezugs der Kunstwerke zu den vor ihnen vorhandenen und der psychologische Nominalismus, auf dem Adorno beharrt, sind Konsequenzen des Theorems der Geschichtslosigkeit des ideologischen Überbaus.
I Grenz 186
Kunst/Adorno/Grenz: Adorno trennt zwischen dem sozialen Gehalt der Kunstwerke und ihrem als monolithisch aufgefasstem Sosein.
AdornoVsWirkungsästhetik: Adorno hält an dem Objektivationscharakter der Kunstwerke fest.
I 187
Entweder ein Kunstwerk ist kommunikativ, dann ist es aber auch gleich ‚krude Propaganda‘, oder es ist wahr als Kritik des Kommunikationssystems. Dann aber ist es gesellschaftlich unwirksam.
I 188
Kunst/Adorno: ist Praxis als „Bildung von Bewusstsein“ (Ästhetische Theorie, p. 361).


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

A I
Th. W. Adorno/M.Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I–IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974

> Gegenargumente gegen Adorno
> Gegenargumente zu Kunst

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 22.09.2017