Philosophie Lexikon der Argumente

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Eigenschaftsdualismus: Im Gegensatz zum klassischen Dualismus, der zwei Substanzen, die materielle und die geistige Substanz (res extensa und res cogitans) annimmt, geht der Eigenschaftsdualismus von zwei Arten von Eigenschaften aus, den materiellen und den geistigen, die einer einzigen Entität, dem jeweiligen Subjekt zugeschrieben werden. Siehe auch Dualismus, Monismus, Qualia, Subjektivität, Identitätstheorie, Eigenschaften, Zuschreibung.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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I 125
Eigenschaftsdualismus/Bewusstsein/Chalmers: aus der fehlenden logischen Supervenienz des Bewusstseins aus dem Physischen folgt, dass bewusste Erlebnisse Eigenschaften eines Individuums implizieren, die nicht von den physikalischen Eigenschaften dieses Individuums impliziert sind. Es geht also nicht um eine separate „Substanz“.
Bewusstsein ist ein Merkmal, eine Eigenschaft der Welt, jenseits der physikalischen Fakten.
Eigenschaftsdualismus: es gibt eine schwächere Art des Eigenschaftsdualismus, nach dem auch biologische Fitness nicht von physikalischen Tatsachen impliziert wird. Ein solcher Eigenschaftsdualismus wäre mit dem Materialismus kompatibel.
Diese Spielart ist nicht mit unserer hier vorliegenden zu verwechseln.
Bewusstsein/Chalmers: kann nach unserer Spielart von Eigenschaftsdualismus aus physikalischen Eigenschaften resultieren, ohne von ihnen impliziert zu sein.
I 126
Diese Auffassung ist völlig naturalistisch und mit unseren wissenschaftlichen Erkenntnissen kompatibel.
I 128
Def Naturalistischer Dualismus/Chalmers: so nennen ich meine Spielart des Dualismus, nach dem Eigenschaften des phänomenalen Bewusstseins auf eine noch zu bestimmende Weise auf physikalischen Tatsachen supervenieren, wenn auch nicht logisch. Was in Zukunft geschehen könnte, wäre, das, was mit Maxwells Gleichungen passierte: bekannte Gesetze könnten erweitert werden, was ihren Anwendungsbereich betrifft. Es könnte eine psychophysikalische Theorie geben, so wie es eine elektromagnetische Theorie gibt.
Naturalistisch ist dieser Dualismus, weil er von der Gültigkeit aller bekannten Gesetze ausgeht. Er ist dem Materialismus näher als mancher anderer Spielart des Dualismus, indem er jegliche transzendentale Elemente negiert.
I 129
Mein Dualismus kann sich übrigens immer noch als eine Art Monismus herausstellen, wenn sich herausstellen sollte, dass das Phänomenale und das Physische zwei Aspekte einer übergreifenden Art sind, so wie sich dies für Materie und Energie herausstellte. Ich habe eine gewisse Sympathie für diese Sicht. Das könnte dann aber kein materialistischer ((s) eliminativer) Monismus sein.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Cha I
D.Chalmers
The Conscious Mind Oxford New York 1996

Cha II
D. Chalmers
Constructing the World Oxford 2014

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> Gegenargumente zu Eigenschafts-Dualismus



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 28.07.2017