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Starke Künstliche Intelligenz: Die Forschung auf dem Gebiet der Starken KI setzt sich die Bereitstellung umfassender maschineller Denkleistung zum Ziel, die letztlich über die Fähigkeiten des Menschen hinausgehen könnte. Im Gegensatz dazu versteht man unter dem allgemeinen Begriff der Künstlichen Intelligenz die Lösung konkreter Denkprobleme auf maschinellem Wege. Siehe auch Künstliche Intelligenz, Künstliches Bewusstsein, Konnektionismus.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

Daniel Dennett über Starke Künstliche Intelligenz – Lexikon der Argumente

Brockman I 48
Starke Künstliche Intelligenz/Dennett: [Weizenbaum](1) konnte nie entscheiden, welche dieser zwei Thesen er verteidigen wollte: 'KI ist unmöglich!' oder 'KI ist möglich, aber böse!'. Er wollte mit John Searle und Roger Penrose argumentieren, dass "Starke KI" unmöglich ist, aber es gibt keine guten Argumente für diese Schlussfolgerung.
Dennett: Wie man erwarten könnte, ist die vertretbare These ein Hybrid: KI (Starke KI) ist grundsätzlich möglich, aber nicht wünschenswert. Die KI, die praktisch möglich ist, ist nicht unbedingt böse - es sei denn, sie wird mit Starker KI verwechselt!
Z.B. IBMs Watson: Sein Sieg in 'Jeopardy!' war ein echter Triumph, der durch die formelhaften Einschränkungen der 'Jeopardy!'-Regeln ermöglicht wurde, aber damit er konkurrieren konnte, mussten auch diese Regeln überarbeitet werden (...). Watson ist keine gute Gesellschaft, trotz irreführender Anzeigen von IBM, die auf eine allgemeine Gesprächsfähigkeit hindeuten, und die Verwandlung von Watson in einen plausibel mehrdimensionalen Agenten wäre so wie die Verwandlung eines Handrechners in Watson. Watson könnte eine nützliche Kernfähigkeit für einen solchen Wirkstoff sein, aber eher wie ein Kleinhirn oder eine Amygdala als ein Verstand - bestenfalls ein spezielles Subsystem, das eine große unterstützende Rolle spielen könnte (...).
Brockman I 50
Man kann sich eine Art umgekehrten Turing Test vorstellen, bei dem der Richter vor Gericht steht; bis er oder sie die Schwächen, die überschrittenen Grenzen, die Lücken in einem System erkennen kann, wird keine Lizenz zum Betrieb erteilt. Das für die Erlangung der Richterprüfung erforderliche mentale Training ist anspruchsvoll.
Brockman I 51
Wir brauchen keine künstlichen bewussten Agenten. Es gibt einen Überfluss an natürlichen bewussten Agenten, die ausreichen, um alle Aufgaben zu bewältigen, die diesen besonderen und privilegierten Wesen vorbehalten sein sollten. Wir brauchen intelligente Werkzeuge. Werkzeuge haben keine Rechte und sollten keine Gefühle haben, die verletzt werden könnten, oder in der Lage sein, mit Groll auf "Missbräuche" zu reagieren, die von unfähigen Benutzern auf sie ausgeübt werden.
Begründung/Dennett: [diese Agenten] würden nicht (...) unsere Verletzlichkeit oder unsere Sterblichkeit mit uns teilen (...). >Roboter/Dennett.


1. Weizenbaum, J. Computer Power and Human Reason. From Judgment to Calculation. San Francisco: W. H. Freeman, 1976
2. Joanna J. Bryson, “Robots Should Be Slaves,» in Close Engci.gement with Artificial Companions,
YorickWilks, ed. (Amsterdam, The Netherlands: John Benjamins, 2010), 63—74; http:/I
www.cs .bath.ac.uk/ —jjb/ftp/Bryson-Slaves-BookO9 .html; Joanna J. Bryson, “Patiency Is Not
a Virtue: AI and the Design of Ethical Systems,” https://www.cs.bath.ac.ulc/-jjb/ftp/Bryson
Patiency-AAAISS i 6.pdf [inactive].


Dennett, D. “What can we do?”, in: Brockman, John (ed.) 2019. Twenty-Five Ways of Looking at AI. New York: Penguin Press.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Dennett I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Dennett II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999

Dennett III
Daniel Dennett
"COG: Steps towards consciousness in robots"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Dennett IV
Daniel Dennett
"Animal Consciousness. What Matters and Why?", in: D. C. Dennett, Brainchildren. Essays on Designing Minds, Cambridge/MA 1998, pp. 337-350
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

Brockman I
John Brockman
Possible Minds: Twenty-Five Ways of Looking at AI New York 2019

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> Gegenargumente gegen Dennett

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