Philosophie Lexikon der Argumente

 
Starke Künstliche Intelligenz: Die Forschung auf dem Gebiet der Starken KI setzt sich die Bereitstellung umfassender maschineller Denkleistung zum Ziel, die letztlich über die Fähigkeiten des Menschen hinausgehen könnte. Im Gegensatz dazu versteht man unter dem allgemeinen Begriff der Künstlichen Intelligenz die Lösung konkreter Denkprobleme auf maschinellem Wege. Siehe auch Künstliche Intelligenz, Künstliches Bewusstsein, Konnektionismus.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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I 314
Def Starke Künstliche Intelligenz/Searle/Chalmers: These: Es gibt eine nichtleere Klasse von Rechenoperationen (computations) sodass die Implementierung jeder Operation aus dieser Klasse hinreichend ist für einen Geist und insbesondere für bewusste Erlebnisse. Das gilt nur mit natürlicher Notwendigkeit, denn es ist logisch möglich, dass jedwede Rechenoperation ohne Bewusstsein auskommt, aber das gilt auch für Gehirne.
I 320
Durch eine computationale Beschreibung eines Systems wird eine formale Beschreibung der kausalen Organisation dieses Systems geliefert.
I 321
Invarianzprinzip: jedes System mit bewussten Erlebnissen, das dieselbe funktionale Organisation aufweist wie ein anderes System mit bewussten Erlebnissen, wird qualitativ identische bewusste Erlebnisse haben. Zwischen elektronischen Komponenten können entsprechende kausale Relationen bestehen wie zwischen Neuronen im Gehirn.
Verschwindende Qualia/fading qualia/tanzende Qualia: können wir als Argumente für die starke KI benutzen.
I 322
Wenn es zwei organisatorisch identische Systeme gäbe, von denen eins bewusste Erlebnisse hätte, das andere aber nicht, könnte man ein System mit verschwindenden oder tanzenden Qualia konstruieren, das zwischen diesen zwei Systemen läge. Das wäre unplausibel. Wenn verschwindende und tanzende Qualia ausgeschlossen sind, gilt die These der Starken Künstlichen Intelligenz. (>Qualia/Chalmers).
I 329
VsKünstliche Intelligenz/Gödel/Chalmers: in einem widerspruchsfreien formalen System das ausdrucksstark genug für eine bestimmte Art der Arithmetik ist, kann man einen Satz konstruieren, der in diesem System nicht beweisbar ist. Im Gegensatz zur Maschine, sieht der Mensch aber, dass der Satz wahr ist.
I 330
Daher hat der Mensch eine Fähigkeit, die das formale System nicht hat.
ChalmersVsVs: es gibt keinen Grund anzunehmen, dass der Mensch die Wahrheit des Satzes einsieht. Bestenfalls können wir sagen, dass, wenn das System widerspruchsfrei ist, der Satz wahr ist. Wir können nicht immer die Widerspruchsfreiheit komplexer Systeme bestimmen.
PenroseVsKI/Chalmers: (Penrose 1994) bringt ein Argument auf einer niedrigeren Stufe: es kann sein, dass nicht alle physikalischen Prozesse computabel (berechenbar) sind. ChalmersVsVs: Das stützt sich aber auf das obige Gödel-Argument. Nichts in der physikalischen Theorie selbst stützt es.
VsKI/VsSimulation/Chalmers: was, wenn Bewusstseinsprozesse wesentlich kontinuierlich, unsere Simulationen jedoch diskret sind?
I 331
ChalmersVsVs: es gibt Gründe anzunehmen, dass absolute Kontinuität für unsere kognitive Kompetenz nicht wesentlich ist. Allerdings könnte es sein, dass ein System mit unbegrenzter Präzision (erreicht durch Kontinuität) kognitive Fähigkeiten hat, die ein diskretes System nicht erreicht.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Cha I
D.Chalmers
The Conscious Mind Oxford New York 1996

Cha II
D. Chalmers
Constructing the World Oxford 2014

> Gegenargumente gegen Chalmers

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 25.09.2017